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Ein Foto von Anja Adler in einem Kajak auf leicht welligem Wasser eines Flusses. Sie hat an einem Steg angelegt und ein Doppelpaddel auf dem Schoß. Anja trägt ein Trikot mit dem Bundesadler darauf, hat eine rote Kappe auf, die ihre Haare verdeckt, trägt eine Sonnenbrille und lächelt, Fotocredits: Anja Adler.
Nicht aus der Bahn bringen lassen: Nach einem schweren Schicksalsschlag hat Anja Adler ihre Leidenschaft für den Para-Kanurennsport entdeckt. Sie lebt und trainiert in ihrer Heimatstadt Halle, Fotocredits: Anja Adler.

Paralympics-Medaillengewinnerin Anja Adler

Sie ist eine der erfolgreichsten Para-Kanurennsportlerinnen Deutschlands und darf sich seit 2024 auch Medaillengewinnerin der Paralympics nennen. Wir haben wenig später mit Anja Adler sprechen können und freuen uns, diese zeitlos spannende Folge mit vielen persönlichen Einblicken nun kurz vor dem Start der Paralympischen Winterspiele zeigen zu können. 

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Dem Schicksal erfolgreich die Stirn geboten

Anja Adler gehört zu den Athletinnen und Athleten aus dem deutschen Para-Team, die nicht mit einer Behinderung geboren sind. Bei ihr führte ein Unfall im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit 2015 zu einer inkompletten Querschnittslähmung. Die studierte Geologin stürzte bei einem Forschungsvorhaben knapp 15 Meter in eine Höhle als ein Felsvorsprung unter ihren Füßen wegbrach. 
Sie hatte Glück im Unglück. Rettung, Operationen und Reha verliefen gut. Im Hallenser Klinikum Bergmannstrost (Link zu einer MDR-Dokumentation mit Audiodeskription) wurden der sportbegeisterten Mittzwanzigerin außerdem neue Perspektiven aufgezeigt. Ihr damaliger Physiotherapeut war Nationaltrainer der Deutschen Para-Kanuten. Nachdem sich Adler erst noch in Rollstuhlbasketball und Tischtennis ausprobiert hatte, bemerkte sie schnell, dass ihre Naturverbundenheit sie eher zu einer Outdoor-Sportart trieb. Bereits 2017 stellten sich erste internationale Erfolge im Para-Kanu ein. 

2024 – Die Medaille(n) vor Augen

Im Sport ist vieles nicht planbar, man kann es aber bestmöglich versuchen. Seit Oktober 2023 hatte Anja alles auf ihre zweiten paralympischen Spiele ausgerichtet. Das erste Trainingslager fand bereits ein Dreivierteljahr vor den Spielen statt. Im Frühjahr 2024 passten die Ergebnisse bereits nahezu perfekt. Das Resultat: WM-Bronze im Mai. „Der Druck wurde aber dadurch nicht kleiner“ berichtet Adler. Zumal sie bei den Paralympischen Spielen in Tokio 2021 mit dem unliebsamen vierten Rang vorliebnehmen musste, ebenso wie bei den Weltmeisterschaften in den darauffolgenden Jahren.

Die Zweifel fahren mit

Das nächste Highlight: Silber bei der EM 2024 mit einem „schon sehr perfekten Rennen“. Die Medien machen Anja Adler zur Medaillenkandidatin, sie selbst zweifelt in dieser Phase, ob „das perfekte“ Rennen nicht vielleicht schon etwas zu früh kam. Denn bis zum Saison-Höhepunkt in Paris sind es zu diesem Zeitpunkt noch zweieinhalb Monate. Am Ende sollte 2024 ihr erfolgreichstes Karriere-Jahr werden. Bronze bei den Paralympischen Spielen in Paris, bei allen Großereignissen auf dem Treppchen – für die gebürtige Hallenserin ist „ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“.

Ein Gruppenfoto zeigt das Team von „Sichtbar-Der Podcast“ mit dem „i-Team“ - dem inklusiven Team des Offenen Kanals Merseburg-Querfurt. Insgesamt sind 13 Personen jüngeren bis mittleren Alters auf dem Foto. Sehr präsent in der Mitte sitzt Anja Adler im Rollstuhl, auf ihrem Schoß ein Zwerg-Spitz. Neben ihr ist auf einem Tisch und in einer Schatulle ihre Paralympische Medaille drapiert, Foto: HörMal Audiodeskription.
Anja Adler mit dem gesamten Aufnahmeteam von SICHTBAR+ im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt. Die herzliche Hallenserin erfüllte nach dem Gespräch gerne noch zahlreiche Autogrammwünsche, Foto: HörMal Audiodeskription.

Zu Gast bei SICHTBAR+

SICHTBAR+ ist ein Projekt, welches wir im November 2024 gemeinsam mit dem Offenen Kanal Merseburg-Querfurt und dem i-Team, der inklusiven Redaktion, erarbeiten konnten. Im Rahmen des Projekts haben wir Workshops zu den Themen „Barrierefreies Social-Media“ und „Gesundes Sprechen“ gegeben. Außerdem wurden die Interviews im Rahmen des Projekts gemeinsam erarbeitet und aufgezeichnet. Die inklusive Redaktion zeichnete sich verantwortlich für die Video- und Audioaufnahme, das Studiosetting sowie die Betreuung unserer Gästinnen und Gäste. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung.


Wir sprechen in unserem Podcast „SICHTBAR“ mit Menschen über Inklusion und Barrierefreiheit. Wir porträtieren Menschen mit Behinderung, weil wir mehr über ihr Leben, die Schwierigkeiten, aber vor allem auch die Möglichkeiten wissen möchten. Dabei sind wir jederzeit auch offen für Feedback zu neuen Interview-Gästen. Schreibt uns euer Feedback und Vorschläge gerne per Mail an sichtbar@hoermal-audio.org. SICHTBAR – Der Podcast wird von HörMal Audiodeskription in Kooperation mit dzb lesen herausgegeben.