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Barrierefreiheit

Ein Foto eines älteren Herrn mit Baskenmütze und einer Dame mit Hut, die an einem taktilen und eisernen Tastmodell Gebäude einer Stadt erkunden. Der ältere Herr hat einen Blindenlangstock in einer Hand, Foto: HörMal Audiodeskription.

Wie kann man Stadtführungen barrierefrei(er) gestalten?

Ein Foto eines älteren Herrn mit Baskenmütze und einer Dame mit Hut, die an einem taktilen und eisernen Tastmodell Gebäude einer Stadt erkunden. Der ältere Herr hat einen Blindenlangstock in einer Hand, Foto: HörMal Audiodeskription.
Vielerorts gibt es mittlerweile taktile Stadtmodelle. Sie helfen vor allem dabei, eine Übersicht zu bekommen und Dimensionen abschätzen zu können, Foto: HörMal Audiodeskription.

Stadtführungen barrierefrei(er) gestalten

Von „Barrierefreiheit“ zu sprechen, ist tückisch. Denn „barrierefrei“ im engeren ist eigentlich nichts. Aufgrunddessen spricht man häufig auch von „barrierearm“, was aber möglicherweise noch mehr Fragen aufwirft. Viel wichtiger als die Bezeichnung ist allerdings die Umsetzung. 

Kürzlich haben wir den Hafenrundgang „Wellenschrauschen und Stadtgemunkel“ gemeinsam mit dem Theater Konstanz entwickelt und können aus diesem Beispiel berichten, wie Stadtführungen barrierefrei(er) werden können. Weitere Veranstaltungen dieser Art haben wir bereits in Stuttgart und Leipzig organisiert.

Objekt- und Wegbeschreibungen

Für Menschen mit Sehbehinderung sind Objektbeschreibungen oder auch Beschreibungen dessen, worüber gesprochen wird und wo man sich befindet, sehr wichtig. Sie können sonst nur schwer eine Vorstellung darüber entwickeln und Hintergrundinformationen schwerer ordnen. Hilfreich ist hierbei, ein Audioguide-System zu nutzen. Das hat den Vorteil, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen den Erklärungen unmittelbar folgen können, ohne, dass sie sich an eine bestimmte Position bspw. in die Nähe des Stadtführers / der Stadtführerin begeben müssen. Besonders in lauten Umgebungen können die Kopfhörer außerdem Umgebungsgeräusche dämpfen und so dabei helfen, den Fokus auf die Stadtführung zu halten. Ein Audioguide-System kann auch Menschen, deren Hörfähigkeit abgenommen hat oder geringer vorhanden ist, eine Unterstützung sein. Hierüber können auch Induktionsschleifen eingebunden werden.

Stadtfühurungen barrierefrei: Eine Gruppe sehbehinderter und sehender Menschen steht im Schatten unter Ahornbäumen. Jede Person der Gruppe trägt Hörempfänger eines Audioguide-Systems, Foto: HörMal Audiodeskription.
Gäste des Rundgangs „Wellenrauschen und Stadtgemunkel“ mit und ohne Behinderung, Foto: HörMal Audiodeskription.

Verortung und Wegbeschreibung

Als Grundlage für eine Stadtführung kann eine taktile Karte bzw. eine Tastmodell einer Stadt oder eine Region einen guten Überblick verschaffen. Außerdem können Menschen mit Sehbehinderung eine Vorstellung über die Größe und Anordnung von Gebäuden entwickeln. Hinzu kommt, dass die Lage und Ausrichtung von Sehenswürdigkeiten über den Tastsinn erfahrbar gemacht werden kann.

Eine Nahaufnahme einer Hand, die an einen Kirchturm tastet, Foto: HörMal Audiodeskription.
Eine Besonderheit einiger Stadtmodelle: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind mit Braille-Schrift – also Blindenschrift – beschriftet. Menschen, die diese Schrift lesen können, kann das eine zusätzliche Orientierung sein, Foto: HörMal Audiodeskription.

Aber auch wenn kein Tastmodell vorhanden ist, sollte die geplante Route gleich zu Beginn erklärt werden. Hilfreich ist das Benennen markanter Haltepunkte oder auch das Arbeiten mit Himmelsrichtungen (bspw. „Wir bewegen uns südlich der Altstadt von Osten nach Westen“). So wissen alle, worauf sie sich einstellen können. Auch während des Laufens kann über das Audioguide-System eine kurze Beschreibung der Umgebung helfen, um bspw. blinden oder sehbehinderten Menschen eine Vorstellung der Umgebung zu vermitteln. Techniken der Audiodeskription finden hier Anwendung.

Einbinden taktiler Elemente

Nicht nur für Menschen mit einer Sehbehinderung kann das Ertasten von Dingen einen Erkenntnisgewinn bedeuten. Auch sehende Menschen und vornehmlich auch Kinder erfreuen sich daran und stellen eine bessere Verbindung zwischen dem Gesagten und dem Objekt her. Speziell bei Gebäuden oder auch abstrakten Elementen empfehlen wir – fernab von einer auditiven Beschreibung – auch mit Tastobjekten zu arbeiten. So manches Gebäude ist dabei in Miniatur in einem Souvenirshop zu erwerben. 

Eine Bildcollage zeigt links zwei Teilnehmende einer Stadtführung mit einem Tastmodell eines abstrakten Kunswerks, rechts in Nahaufnahme eine Hand, die ein Modell eines Gebäudes betastet, Foto: HörMal Audiodeskription.
Tastmodelle bilden immer eine willkommene Abwechslung in Stadtführungen und können blinden und auch sehbehinderten Menschen als wichtige Unterstützung dienen, Foto: HörMal Audiodeskription

Multimediale Aufbereitung

Um eine Stadtführung barrierefreier zur gestalten, sollten verschiedene Medien einbezogen werden. Hilfreich ist hierbei die Verwendung eines Tablets, welches sich leicht tragen lässt und als Multimedia-Player sowohl Fotos als auch Sounds abspielen kann. Für Menschen mit einer Hörbehinderung können die Erklärungen während der Stadtführung in Form von Untertiteln oder auch per aufgezeichneter Gebärdensprachdolmetschung verfügbar gemacht werden. Sehr nützlich ist – etwa bei Fotos – auch die Zoom-Funktion, die viele Tablets bieten. Mit deren Hilfe können sich Menschen mit Sehbehinderung Teile von Abbildungen so vergrößern, dass sie für sie noch erkennbar sind.

Tastführungen barrierefrei: Zwei Personen mit Sonnenbrille und Hut blicken auf ein Tablet, das ein schlacksiger mit Hut ihnen hinhält, Foto: HörMal Audiodeskription.
In die Hafenführung konnten auch sogenannte „Vorher-Nachher-Bilder“ einbezogen werden. Dabei werden zwei Fotos desselben Ortes zu unterschiedlichem Zeiten übereinandergelegt, mittels eines Schiebeschalters kann man zwischen ihnen hin- und herwechseln, Foto: HörMal Audiodeskription.

Es gibt gute Gründe, sich Gedanken über Barrierefreiheit zu machen. Denn vermeintliche „Hilfsmittel“ können auch für Gäste ohne Behinderung eine Bereicherung darstellen. Außerdem gilt immer: Wer versucht Barrieren abzubauen, der kann ganz neue Zielgruppen erschließen.

Die hier aufgeführten Umsetzungen, um Stadtführungen barrierefrei(er) zu machen, hegen natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele weitere Möglichkeiten. Sprecht uns bei Fragen dazu gerne an.

Cover von SICHTBAR – Der Podcast dzb lesen spezial: Das Logo des Podcasts ist in weiß gefärbt. Es prankt auf einer Fläche aus unzähligen leuchtend bunten und leicht transparenten Kreisen. Die Kreise sind in orange, grün, rot, und blau gefärbt. Das Bild wirkt durch die Farben lebendig und frisch. Das Logo hebt sich deutlich von dieser Fläche ab. Um die Wörter „Sichtbar“ und darunter unter einem weißen Strich „Der Podcast“ ist fast zu einem gesamten Kreis ein stilisiertes Mikrofon abgebildet. Unter dem Logo steht in dunkelblauer Schrift „dzb lesen spezial“, Grafik: Tomke Koop. Bildrechte: HörMal Audiodeskription 2020.

SICHTBAR-Podcast: dzb lesen spezial

SICHTBAR-Podcast: dzb lesen spezial

Cover von SICHTBAR – Der Podcast dzb lesen spezial: Das Logo des Podcasts ist in weiß gefärbt. Es prankt auf einer Fläche aus unzähligen leuchtend bunten und leicht transparenten Kreisen. Die Kreise sind in orange, grün, rot, und blau gefärbt. Das Bild wirkt durch die Farben lebendig und frisch. Das Logo hebt sich deutlich von dieser Fläche ab. Um die Wörter „Sichtbar“ und darunter unter einem weißen Strich „Der Podcast“ ist fast zu einem gesamten Kreis ein stilisiertes Mikrofon abgebildet. Unter dem Logo steht in dunkelblauer Schrift „dzb lesen spezial“, Grafik: Tomke Koop. Bildrechte: HörMal Audiodeskription 2020.

Im August 2020 haben wir unseren Podcast „SICHTBAR“ ins Leben gerufen. Unser Ziel war es, die vielen interessanten Gespräche, die wir führen dürfen auch öffentlich zu machen. Wir befassen uns in unserer Arbeit mit den Themen Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion. Dabei treffen wir regelmäßig Engagierte, Vordenker und natürlich auch viele Menschen mit Handicaps persönlich. Der Podcast wird gemeinsam mit unserem Partner, dem Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen herausgegeben.

Podcast-Folgen rund um das dzb lesen

Auf dieser Seite findet ihr unsere bisher erschienenen Podcast-Folgen unter dem Motto „dzb lesen spezial“. In diesen Folgen dreht sich alles um unseren Partner dzb lesen. Diese Podcast-Folgen sollen einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und in die Arbeit des dzb lesen geben.

Hört den Podcast auf eurem iPhone: https://apple.co/37mvqcO

… oder bei Spotify: https://spoti.fi/3o85TL9

Barrierefreiheit im Museum: Das Foto zeigt Hände auf einer weißen Bärenfigur. Die Figur ist ein Tastmodell im Landesmuseum Württemberg. Bild: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription

Barrierefreiheit im Museum

 

Barrierefreiheit im Museum

Anders als vielleicht zu Schulzeiten macht ein Museumsbesuch im Erwachsenen-Alter vielen Menschen Spaß. Moderne Technik lädt immer häufiger auch zu interaktiven Ausstellungen ein. Hier bieten sich Möglichkeiten, aber auch Anforderungen zur Barrierefreiheit im Museum. Was sollte bedacht werden, wenn eine Ausstellung auch für blinde und sehbehinderte Menschen gut zugänglich sein soll?

Dieses Foto zeigt einen haptischen Lageplan, der zur Verbesserung von Barrierefreiheit im Museum dient. Kontrastreich und erhaben ist Ausstellungsbereich abgegrenzt von einer Legende, die darunter steht. Weiße erhabene Schrift und Blindenschrift geben eine Übersicht über die wichtigsten Stationen der Ausstellung, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.
Ein haptischer Lageplan zu Beginn einer Ausstellung kann gut für eine grundlegende Orientierung sein. Um mit beiden Händen tasten zu können, ist eine Stockhalterung sinnvoll, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.

Orientierung in einer Ausstellung

Stellen Sie grundlegend sicher, dass die verschiedenen Ausstellungsräume auch für Menschen mit Seh- oder Geh-Behinderung gut erreichbar sind.

  • Zur besseren Orientierung im Raum gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B. Tastmodelle am Beginn der Ausstellung oder am Beginn eines jeden Raumes, akustische Signale, die den Weg zu einem Ausstellungsobjekt erklären, App-Lösungen, die eine Raumorientierung ermöglichen (bspw. durch Vibrationen oder Töne). Sinnvoll ist, dass bei der Konzeption einer Ausstellung ausreichend Platz zum Laufen eingeplant wird. Das kann für Menschen im Rollstuhl sinnvoll sein. Außerdem können blinde und sehbehinderte Menschen sich mit Langstock und der üblichen Pendeltechnik insofern orientieren, als sie keine Objekte berühren.
  • Bei Leitlinien muss beachtet werden, dass diese zwar eine Orientierung für eine Richtung bieten, allerdings ist aus ihnen nicht zwingend ersichtlich, wohin sie führen. Es muss sichergestellt sein, dass blinde und sehbehinderte Gäste darüber informiert werden. Eine Möglichkeit ist, dass man sich anhand einer Leitlinie im Uhrzeigersinn durch eine Ausstellung bewegt und durch daran angebrachte „Aufmerksamkeitsfelder“ ersichtlich macht, dass man sich in der Nähe eines Ausstellungsobjekts befindet. Weiterhin wichtig ist, dass Leitlinien sich kontrastreich vom Untergrund abheben.
  • Enthalten die Ausstellungsräume Stufen, dann sollten die Stufenkanten optisch markiert sein. Auch hier ist ein guter Kontrast zur Stufe wichtig. So kann eine Kantenmarkierung sehbehinderten Menschen bei der Orientierung helfen.
  • Blindenführhunde sollten mitgenommen werden können (ein Wassernapf für die Tiere ist sehr einladend). Mit ihrer Hilfe können blinde Menschen sich frei in der Ausstellung bewegen. Es muss aber bedacht werden, dass trotzdem signalisiert wird (beispielsweise durch akustische Signale, durch Volunteers oder blindenspezifische Führungen), wo sich Exponate befinden.
Barrierefreiheit im Museum: Das Foto zeigt Hände auf einer weißen Bärenfigur. Die Figur ist ein Tastmodell im Landesmuseum Württemberg. Bild: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription
Ein Teil zur Barrierefreiheit im Museum: Tastmodelle bieten eine willkommene Abwechslung zu klassischen Audioguides und können auch Menschen ohne Sehbehinderung einen neuen Zugang zu Ausstellungsobjekten ermöglichen, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.

Audiodeskription und Tast-Exponate

  • Über einen Audioguide, Apps oder eine Website können Exponat-Beschreibungen zum Hören präsentiert werden. Auch QR-Codes bieten hier angewendet werden. Sie sollten erhaben, also fühlbar, sein, damit sehbehinderte oder blinde Gäste sie selbstständig scannen können. Die Exponat-Beschreibungen sollten bestenfalls nicht nur hintergründige, sondern auch konkret bild-beschreibende Textpassagen (Audiodeskription) enthalten, um eine bessere Vorstellung der Ausstellung zu ermöglichen.
  • Tastbare Exponate bieten eine willkommene Abwechslung zu Audio-Angeboten. Sind keine Originale zum Tasten verfügbar, können Repliken oder Abstraktionen verwendet werden. Bei zweidimensionalen Objekten können Konturen durch erhabene Linien oder unterschiedliche Oberflächen-Markierungen fühlbar gemacht werden. Eine Stockaufhängung ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen die nötige „Fingerfreiheit“, die es zum Ertasten braucht.
  • Erfahrungsgemäß können auch Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen, die zu vereinbarten Uhrzeiten angeboten werden, sinnvoll sein. Eine Richtlinie könnte bei Dauer-Ausstellungen sein, diese Führungen etwa ein- bis zweimal im Monat anzubieten, offensiv zu bewerben und mit verbindlichen Reservierungen zu arbeiten. Ein Ziel wäre, sich für diese Führungen etwas mehr Zeit zu nehmen, um auf die Fragen, der aus Erfahrung meist sehr interessierten Gäste eingehen zu können. Im Zeitraum der Führung ist es sinnvoll, bei engeren Ausstellungsflächen etwas weniger Lauf-Publikum zuzulassen, damit genügend Platz und Raum für die spezifische Gruppenführung ist.

Dieser Artikel wird mit aktuellen Erkenntnissen aus unserer Arbeit regelmäßig erweitert. Leider gibt es nicht den einen Leitfaden zur Barrierefreiheit im Museum, der auf alle Ausstellungen passt. Oft müssen individuelle, manchmal auch kreative Lösungen gefunden werden. Wir erarbeiten Ausstellungs-Konzeptionen immer unter Einbezug von Menschen, die selbst eine Sehbehinderung haben oder blind sind und Erfahrung in der Gestaltung von Ausstellungen haben. Somit können wir deren Bedürfnisse und Anforderungen am besten nachvollziehen und einbringen.

fei/hma

Springreiten mit Audiodeskription: Auf einer Tribüne mit blauen Sitzschalen sitzen in einer Reihe Gäste der Audiodeskription, dahinter einer Reihe Florian Eib und Tomke Koop, jeweils in gelben Regenjacken. Die Gäste sind unterschiedlichen Alters. Es sind auch Kinder dabei. Eine Braunhaarige in der Mitte hat einen Blindenlangstock bei sich. Auch die Gäste tragen Regenjacken. alle lächeln freundlich, Foto: Dagmar Meyer-Roeger.

06.07.2024 | „So klingt Springreiten auf dem CHIO Aachen“

So klingt Springreiten auf dem CHIO Aachen

Barrieren abbauen und Sichtbarkeit schaffen: Mit einem neuen Angebot konnten erstmals blinde und sehbehinderte Menschen den CHIO Aachen miterleben. Eine erfolgversprechende Premiere.

Ein Bericht von Claudia Heindrichs | Aachener Zeitung vom 06.07.2025. Hier geht’s zum Originalbeitrag.

Springreiten mit Audiodeskription: Auf einer Tribüne mit blauen Sitzschalen sitzen in einer Reihe Gäste der Audiodeskription, dahinter einer Reihe Florian Eib und Tomke Koop, jeweils in gelben Regenjacken. Die Gäste sind unterschiedlichen Alters. Es sind auch Kinder dabei. Eine Braunhaarige in der Mitte hat einen Blindenlangstock bei sich. Auch die Gäste tragen Regenjacken. alle lächeln freundlich, Foto: Dagmar Meyer-Roeger.
Florian Eib und Tomke Koop (hintere Reihe, gelbe Jacken) haben „Hör Mal“-Audiodeskription gegründet und ermöglichen damit sehbehinderten Menschen die Teilhabe an Sportereignissen wie dem CHIO. Foto: Dagmar Meyer-Roeger.

Wenn es um Barrierefreiheit geht, denken die meisten an die Inklusion von Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Doch es gibt weitaus mehr Hindernisse, die bestimmte Gruppen von einer Teilhabe an Sport- und Kulturveranstaltungen ausschließen. Für weniger Barrieren in verschiedenen Bereichen hat der CHIO Aachen in diesem Jahr blinde und sehbehinderte Menschen in den Fokus gerückt: Der Preis der Städteregion und der Turkish Airlines-Preis wurden den Nutzerinnen und Nutzern erstmals wie bei einem Blindenradio live beschrieben, erklärt und somit auf besondere Art erfahrbar gemacht.

Und das kam bei den Gästen sehr gut an. Jenny – in der Gruppe ist man per Du – kann kaum etwas sehen. Sie ist jedoch großer Pferdesportfan und selbst Reiterin. Gemeinsam mit ihren zwei Kindern und einer Freundin hat sie das neue, auditive Angebot ausprobiert: „Es ist sehr cool“, sagt sie begeistert und fügt hinzu: „Ich glaube, ich brauche auch ein feuerrotes Jackett.“ Jenny strahlt. Endlich kann sie ein Reitsportereignis auf eine Art miterleben, die ihr unzählige Details mitliefert, wie eben die Farbe der Jacke einer Springreiterin, die soeben den Parcours fehlerfrei durchlaufen hat. Auf diese Weise kann sie sich ein umfassendes Bild vom Streckenverlauf, den Oxern und dem Duo auf vier und zwei Beinen machen. Zwar ist auch Töchterchen Svantje (6) eifrig dabei, die Mutter über alles in Kenntnis zu setzen, was sie sieht. Doch das Glück, eine so fachkundige Begleitung an der Seite zu wissen, haben eben nicht alle.

„Das ist doch kein Fuchs!“, sprudelt es fast schon empört aus der 6-Jährigen heraus. „Das ist ein Brauner.“ – „Woran erkennst du das?“, fragt Jenny. „Nur wenn die Mähne die gleiche oder eine hellere Farbe hat, ist es ein Fuchs“, erklärt Svantje. „Da hat sie recht“, sagt die Mutter und lacht. Für sie ist die Audiodeskription, die sie in Echtzeit auf ihr Headset empfängt, dennoch ein großer Mehrwert. „Genau so habe ich es mir vorgestellt. Einfach toll.“

„Pferdesport ist bei blinden und sehbehinderten Menschen sehr beliebt.“

Florian Eib
Mitgründer und Sprecher von HörMal Audiodeskription

Die Sprecherinnen dieses Angebots sitzen wenige Reihen vor Jenny: Tomke Koop und Pferdeexpertin Eefje Kruskop. Die beiden Frauen wechseln sich ab, beschreiben, was sie sehen, führen durch den Parcours, nennen die jeweilige Nation, die Namen von Pferd und Reiter, informieren über Zeiten, heruntergefallene Stangen und ergänzen Details. Obwohl alles Schlag auf Schlag geht, bewahren sie die Ruhe. Erklären ohne Hast. Bei jeder gerittenen Runde kommen neue Infos dazu. Selbst der sehende Zuhörer wird – sofern er als Begleitperson ein entsprechendes Headset erhalten hat – auf interessante Kleinigkeiten aufmerksam gemacht, die er sonst vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte. Es scheint wie der Beginn eines Projektes, das beim CHIO Schule machen könnte.

Dabei ist das Turnier in Aachen nicht das erste seiner Art, das via Audiodeskription gehört werden kann. Seit vielen Jahren ist dies bereits auf der Partner Pferd Leipzig möglich, auch das Hamburger Derby und die Chemnitzer Pferdenacht wurden schon begleitet. Die Initiatoren sind die Gründer von „Hör Mal“-Audiodeskription, Tomke Koop und Florian Eib aus Leipzig, die auch den Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) aktiv kontaktiert und ihr Konzept vorgestellt haben. Dort liefen sie offene Türen ein. Denn auch dem ALRV ist es ein Anliegen, die Barrieren beim Weltfest des Pferdesports kontinuierlich abzubauen und jedem, der mag, eine Teilhabe zu ermöglichen.

Ein Foto mit Ninja und Florian, die am so genannten „Walk of Fame“ knien. In den Boden ist ein farblich abgegrenztes Quadrat, darin ein Stern und in der Mitte ein Hufeinsen eingelassen. Die beiden betasten das Hufeisen, welches von einem berühmten Pferd stammt, Foto: Bastian Kruskop.
Ninja ist extra aus Hamburg angereist, um den CHIO zu besuchen. Beim Rundgang ertastet sie gemeinsam mit „Hör Mal“-Sprecher Florian Eib (rechts) die Hufeisen der Gewinner-Pferde am „Walk of Fame“ vor dem ALRV-Gebäude. Foto: Bastian Kruskop

„Der CHIO wurde bei uns immer wieder angefragt“, erklärt Florian Eib. Wenn es nach ihm ginge, würde er das Angebot in den kommenden Jahren gerne ausbauen und auch eine Audiodeskription bei den Disziplinen Dressur und Vierspänner anbieten. „Pferdesport ist bei blinden und sehbehinderten Menschen sehr beliebt“, weiß er aus Erfahrung. Eib führt dies einerseits auf Behandlungen wie therapeutisches Reiten zurück. Andererseits ist der Kontakt zwischen Mensch und Tier immer ein besonderer, der einfach guttut. „Wenn das Hindernis fällt und du das Pferd vorbeitraben hörst, das sind Dinge, die kannst du zu Hause nicht auffangen. Das muss man vor Ort erleben.“

Bei 800.000 bis 1,2 Millionen Menschen in Deutschland, die eine Sehbehinderung haben, frage Eib sich oft, wo diese Leute alle sind. „Man sieht sie zu selten.“ Mehr Sichtbarkeit und Verständnis wünscht sich auch Jenny. „Es wäre toll, wenn Mitarbeiter von Veranstaltungen besser geschult werden, damit man sich nicht immer so störend vorkommt, nur weil man ein paar Fragen stellt.“ In bekannter Umgebung wisse sie sich mit ihrem Blindenstock zu helfen, sagt sie, nur in der Fremde oder bei neuen Gegebenheiten wie Baustellen, ist es schwierig. „Ich tanze Ballett, ich reite… Wo ist das Problem? Anfangs sind immer alle überrascht, wenn ich das erzähle.“ So wie dicke, dünne, große und kleine Leute zur Gesellschaft gehören, zählen eben auch blinde Menschen dazu.

Eindrücke des Rundgangs über den Ausstellerbereich. Ein sehbehinderter Gast ertastet links einen Sattel, den Tomke rechts von einem Pferdemodell erklärt, Foto: Bastian Kruskop.
Tobias ertastet mithilfe von „Hör Mal“-Sprecherin Tomke Koop (rechts) den Sattel an einem Stand im CHIO Village. Foto: Bastian Kruskop

Die rund 30-köpfige Gruppe, die am Mittwoch erstmalig das neue Angebot nutzte, wirkt zufrieden. „Es war sehr interessant“, sagt auch Tobias, der zum ersten Mal beim CHIO war. Beim vorherigen Gang durch das CHIO Village konnte er einiges lernen, zum Beispiel wie ein Sattel aufgebaut ist und was alles zu einem Halfter gehört. Unterschiedliche Materialien und Formen konnten er und seine Mitstreiter ertasten. „Zur Vorbereitung auf die Springprüfungen, falls wir da den einen oder anderen Fachbegriff nennen“, erklärt Sprecherin Tomke Koop, die Pferdesportneulingen den Einstieg erleichtern möchte.

Erlebnisreich, aber nicht überfordernd, lautet der eigene Anspruch an das Gesamtkonzept von „Hör Mal“-Audiodeskription. Dazu werden auch je nach Sport- oder Kulturart Experten herangezogen. Die Beschreibungen sollen schließlich einfach und inhaltlich dennoch auf hohem Niveau erfolgen. „Die Menschen sollen sich bei uns gut aufgehoben fühlen“, sagt Florian Eib. Er hofft nun auf eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda. Denn wenn sich das Angebot herumspricht und viele es in Anspruch nehmen wollen, stehen die Chancen auf eine Erweiterung gut. Und wer weiß, vielleicht wird es irgendwann sogar ermöglicht, via App und eigenen Kopfhörern diverse Disziplinen während des CHIO Aachen via Audiodeskription zu verfolgen.

Inklusives Public-Viewing: Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat zeigt einne Art Comicfigur mit rotem Oberteil, gelber Hose und Turnschuhen, die von der linken Seite, fast waagerecht in der Luft stehend, einen Ball kickt. Darüber steht in weißer Schrift auf blauem Grund: Stadion der Träume. Am unteren Ende des Plakats sind die Sponsoren der Veranstaltung aufgedruckt.

Inklusives Public Viewing – EM 2024 – „Stadion der Träume“

Vom 7. Juni bis 7. Juli heißt das Stadion der Träume alle Leipziger und Gäste der Stadt im Zoo Leipzig willkommen.

Inklusives Public Viewing bei Spielen der DFB-Elf

Zu allen Deutschlandspielen findet im „Stadion der Träume“ ein inklusives Public Viewing statt. Wir unterstützen dieses Projekt mit einer Live-Audiodeskription. Außerdem wird Gebärdensprache angeboten. Die Termine für das inklusive Public-Viewing sind:

– Freitag, 14. Juni – Eröffnungsspiel – Deutschland gegen Schottland, Anstoß 21 Uhr (Treffpunkt bereits 19 Uhr wegen des Eröffnungsprogramms)
– Mittwoch, 19. Juni – Deutschland gegen Ungarn, Anstoß um 18 Uhr (Treff 17 Uhr)
– Sonntag, 23. Juni – Schweiz gegen Deutschland (Treffpunkt 20 Uhr)

Wir bieten einen gemeinsamen Treffpunkt am Eingangs des Zoo Leipzig an. Danach können wir gemeinsam zur Veranstaltungsfläche gehen. Der Zoo ist mit der Straßenbahnlinie 12, Haltestelle „Zoo“, erreichbar. Wer Unterstützung bei der Anreise benötigt, kann sich gerne jederzeit bei uns melden.

Der Eintritt ist frei. Tickets werden verbindlich auf Nachfrage per Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder per Telefon an +49173-3133822 reserviert. Es lohnt sich, schnell zu sein, da voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Audiodeskription vergeben werden können.

„Stadion der Träume“ – 30 Tage buntes Programm

Im Konzertgarten des Zoo Leipzig (gleich nach dem Eingang auf der rechten Seite) spielt zur Europameisterschaft nicht nur der Fußball eine Rolle – hinzu kommen: Kunst und Kultur und ein breites Sportangebot. Bei über 30 Programmpunkten geht es darum, einen Ort der Begegnung für Jung und Alt anzubieten und über Spiel und Spaß, Talk und Diskussion, Mitmachen und Lernen einen nachhaltigen Effekt zu schaffen. Es wird dauerhafte Stationen geben, wie zum Beispiel Fußballdarts, das auch für sehbehinderte oder blinde Menschen gut spielbar ist. Außerdem zeigt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte e. V. die Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Die Überwachung und Kontrolle des Fußballs in Fotos des DDR Sicherheitsapparates“.

Dazu kommt ein wechselndes Angebot bis in die Abend­stunden, zum Beispiel: Kindertheater, Lesungen und Konzerte. Das gesamte Angebot findet sich auf der Programmseite des Veranstalters.

Inklusives Public-Viewing: Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat zeigt einne Art Comicfigur mit rotem Oberteil, gelber Hose und Turnschuhen, die von der linken Seite, fast waagerecht in der Luft stehend, einen Ball kickt. Darüber steht in weißer Schrift auf blauem Grund: Stadion der Träume. Am unteren Ende des Plakats sind die Sponsoren der Veranstaltung aufgedruckt.

Inklusives Public Viewing – EM 2024 – „Stadion der Träume“

Vom 7. Juni bis 7. Juli heißt das Stadion der Träume alle Leipziger und Gäste der Stadt im Zoo Leipzig willkommen.

Inklusives Public Viewing bei Spielen der DFB-Elf

Zu allen Deutschlandspielen findet im „Stadion der Träume“ ein inklusives Public Viewing statt. Wir unterstützen dieses Projekt mit einer Live-Audiodeskription. Außerdem wird Gebärdensprache angeboten. Die Termine für das inklusive Public-Viewing sind:

– Freitag, 14. Juni – Eröffnungsspiel – Deutschland gegen Schottland, Anstoß 21 Uhr (Treffpunkt bereits 19 Uhr wegen des Eröffnungsprogramms)
– Mittwoch, 19. Juni – Deutschland gegen Ungarn, Anstoß um 18 Uhr (Treff 17 Uhr)
– Sonntag, 23. Juni – Schweiz gegen Deutschland (Treffpunkt 20 Uhr)

Wir bieten einen gemeinsamen Treffpunkt am Eingangs des Zoo Leipzig an. Danach können wir gemeinsam zur Veranstaltungsfläche gehen. Der Zoo ist mit der Straßenbahnlinie 12, Haltestelle „Zoo“, erreichbar. Wer Unterstützung bei der Anreise benötigt, kann sich gerne jederzeit bei uns melden.

Der Eintritt ist frei. Tickets werden verbindlich auf Nachfrage per Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder per Telefon an +49173-3133822 reserviert. Es lohnt sich, schnell zu sein, da voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Audiodeskription vergeben werden können.

„Stadion der Träume“ – 30 Tage buntes Programm

Im Konzertgarten des Zoo Leipzig (gleich nach dem Eingang auf der rechten Seite) spielt zur Europameisterschaft nicht nur der Fußball eine Rolle – hinzu kommen: Kunst und Kultur und ein breites Sportangebot. Bei über 30 Programmpunkten geht es darum, einen Ort der Begegnung für Jung und Alt anzubieten und über Spiel und Spaß, Talk und Diskussion, Mitmachen und Lernen einen nachhaltigen Effekt zu schaffen. Es wird dauerhafte Stationen geben, wie zum Beispiel Fußballdarts, das auch für sehbehinderte oder blinde Menschen gut spielbar ist. Außerdem zeigt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte e. V. die Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Die Überwachung und Kontrolle des Fußballs in Fotos des DDR Sicherheitsapparates“.

Dazu kommt ein wechselndes Angebot bis in die Abend­stunden, zum Beispiel: Kindertheater, Lesungen und Konzerte. Das gesamte Angebot findet sich auf der Programmseite des Veranstalters.

Inklusives Public-Viewing: Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat zeigt einne Art Comicfigur mit rotem Oberteil, gelber Hose und Turnschuhen, die von der linken Seite, fast waagerecht in der Luft stehend, einen Ball kickt. Darüber steht in weißer Schrift auf blauem Grund: Stadion der Träume. Am unteren Ende des Plakats sind die Sponsoren der Veranstaltung aufgedruckt.

Inklusives Public Viewing – EM 2024 – „Stadion der Träume“

Vom 7. Juni bis 7. Juli heißt das Stadion der Träume alle Leipziger und Gäste der Stadt im Zoo Leipzig willkommen.

Inklusives Public Viewing bei Spielen der DFB-Elf

Zu allen Deutschlandspielen findet im „Stadion der Träume“ ein inklusives Public Viewing statt. Wir unterstützen dieses Projekt mit einer Live-Audiodeskription. Außerdem wird Gebärdensprache angeboten. Die Termine für das inklusive Public-Viewing sind:

– Freitag, 14. Juni – Eröffnungsspiel – Deutschland gegen Schottland, Anstoß 21 Uhr (Treffpunkt bereits 19 Uhr wegen des Eröffnungsprogramms)
– Mittwoch, 19. Juni – Deutschland gegen Ungarn, Anstoß um 18 Uhr (Treff 17 Uhr)
– Sonntag, 23. Juni – Schweiz gegen Deutschland (Treffpunkt 20 Uhr)

Wir bieten einen gemeinsamen Treffpunkt am Eingangs des Zoo Leipzig an. Danach können wir gemeinsam zur Veranstaltungsfläche gehen. Der Zoo ist mit der Straßenbahnlinie 12, Haltestelle „Zoo“, erreichbar. Wer Unterstützung bei der Anreise benötigt, kann sich gerne jederzeit bei uns melden.

Der Eintritt ist frei. Tickets werden verbindlich auf Nachfrage per Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder per Telefon an +49173-3133822 reserviert. Es lohnt sich, schnell zu sein, da voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Audiodeskription vergeben werden können.

„Stadion der Träume“ – 30 Tage buntes Programm

Im Konzertgarten des Zoo Leipzig (gleich nach dem Eingang auf der rechten Seite) spielt zur Europameisterschaft nicht nur der Fußball eine Rolle – hinzu kommen: Kunst und Kultur und ein breites Sportangebot. Bei über 30 Programmpunkten geht es darum, einen Ort der Begegnung für Jung und Alt anzubieten und über Spiel und Spaß, Talk und Diskussion, Mitmachen und Lernen einen nachhaltigen Effekt zu schaffen. Es wird dauerhafte Stationen geben, wie zum Beispiel Fußballdarts, das auch für sehbehinderte oder blinde Menschen gut spielbar ist. Außerdem zeigt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte e. V. die Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Die Überwachung und Kontrolle des Fußballs in Fotos des DDR Sicherheitsapparates“.

Dazu kommt ein wechselndes Angebot bis in die Abend­stunden, zum Beispiel: Kindertheater, Lesungen und Konzerte. Das gesamte Angebot findet sich auf der Programmseite des Veranstalters.

TRAM-EM mit Audiodeskription: Eine Foto zeigt den Leipziger Augustusplatz – die modernisierte Paulinerkirche im Hintergrund. Auf den vor der Paulinerkirche entlanglaufenden Gleisen befinden sich fünf hohe Kegel, die von einer Kugel umgestoßen werden. Die Kegel sind gelb – in der Farben der Leipziger Verkehrsbetriebe – gestaltet. Nach rechts hin verfärbt sich das Bild Stück für Stück ins gelb. Auf dem gelben Grund am rechten Bildrand sind weiße Logos abgedruckt. Zwei Hände deuten Gebärdensprache an und das Zeichen AD steht für Audiodeskription, Fotorechte: Leipziger Gruppe.

Auf Schienen zum EM-Titel

Auf Schienen zum EM-Titel

Die TRAM-EM ist eines der Sporthighlights in Leipzig in diesem Frühjahr. Erstmals überhaupt ist die Messestadt Austragungsort für die Europameisterschaft der Bahnfahrer. Klingt schräg? Das soll es auch. Denn der Unterhaltungsfaktor ist bei dieser Veranstaltung mindestens so wichtig, wie der sportliche Wettkampf. Die TRAM-EM soll den Kulturaustausch im Nahverkehr fördern.  Beinahe in jeder europäischen Großstadt ist Tram-Fahren beliebt. Und gerade in Zeiten, wo wir uns mit Themen wie Umweltbelastung noch stärker auseinandersetzen, ist es eine sauberere und auch platzsparende Alternative zum Autoverkehr, die gerne genutzt wird.

TRAM-EM 2022 in Leipzig: Pokale der TRAM-EM 2016 in verschiedenen Farben in Nahaufnahme. Im Pokal ist der Vorderteil einer Straßenbahn inklusive Führerhaus abgebildet. Dieses wird umrahmt von einem Kreis auf dessen Rand steht: „European Tram-Driver Championship“. Dazu sind in gleichmäßigem Abstand auf dem Kreis sechs Sterne abgebildet, Fotorechte: TRAM-EM® als Marke der yawima GmbH.
Neben Ruhm und Ehre gibt es auch einen prestigeträchtigen Pokal zu gewinnen. Diese Pokale wurden bei der TRAM-EM 2016 in Berlin vergeben, Fotorechte: TRAM-EM® als Marke der yawima GmbH.

TRAM-EM als Publikumsevent

Die TRAM-EM soll dabei neben Informationen zum öffentlichen Nahverkehr in Leipzig und den teilnehmenden Ländern vor allem auch Unterhaltung bieten. Dabei sorgen extra hierfür erfundene Wettkämpfe dafür, dass der ein oder andere Puls höher schlagen dürfte. Außerdem zählen Trainingsfahrten und Stadtrundfahrten zum Programm. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Teams aus Frau und Mann aus folgenden Städten werden vertreten sein: Barcelona, Basel, Berlin, Brünn, Brüssel, Budapest, Dublin, Florenz, Frankfurt/Main, Hannover, Kiew, Košice, Krakau, Leipzig, Luxemburg, Lviv, Lyon, Melbourne, Oradea, Porto, Sofia, Stockholm, Stuttgart, Wien und Zaragoza. Über den großen internationalen Zuspruch freuen wir uns besonders. Denn so wird die TRAM-EM eigentlich sogar zur TRAM-WM. Zum vielfältigen Programm zählen unter anderen Straßenbahn-Bowling und Brems-Wettbewerbe.

TRAM-EM mit Audiodeskription: Eine Foto zeigt den Leipziger Augustusplatz – die modernisierte Paulinerkirche im Hintergrund. Auf den vor der Paulinerkirche entlanglaufenden Gleisen befinden sich fünf hohe Kegel, die von einer Kugel umgestoßen werden. Die Kegel sind gelb – in der Farben der Leipziger Verkehrsbetriebe – gestaltet. Nach rechts hin verfärbt sich das Bild Stück für Stück ins gelb. Auf dem gelben Grund am rechten Bildrand sind weiße Logos abgedruckt. Zwei Hände deuten Gebärdensprache an und das Zeichen AD steht für Audiodeskription, Fotorechte: Leipziger Verkehrsbetriebe.
Ein Familienevent soll es werden. Die Tram-EM lädt Jung und Alt in ihrer neunten Auflage zum Mitfiebern ein. Auch barrierefreie Services dürfen deshalb nicht fehlen. Fotorechte: Leipziger Verkehrsbetriebe.

TRAM-EM mit Audiodeskription

Wir freuen uns zudem, dieses prestigeträchtige Event in seiner neunten Auflage begleiten zu dürfen. Die erste Auflage der TRAM-EM fand 2012 in Dresden statt. Und so schließt sich der Kreis, dass in diesem Jahr auch die Themen Inklusion und Barrierefreiheit mehr Beachtung finden. Unser inklusiver Service Audiodeskription ist dabei sowohl auf dem Leipziger Augustusplatz, als auch im Livestream zu hören. Das Ziel einer Audiodeskription (Hörbeschreibung) ist, dass Menschen mit Sehbehinderung, Lernschwierigkeiten oder anderen körperlichen Handicaps zusätzliche Informationen zum Geschehen hören können. Unsere geschulten Reporter beschreiben und erklären alles Wichtige rund um die Tram-EM. Ab 10.30 Uhr gibt es das Event hier live zu sehen:

Wir bedanken uns bei den Leipziger Verkehrsbetrieben für die Organisation. Vor allem die Offenheit für die Themen Barrierefreiheit und Inklusion können wir nur begrüßen. Die TRAM-EM in Leipzig wird deutschlandweit das erste Event dieser Art mit einer Audiodeskription sein.

Möchten Sie Audiodeskription auf einem Ihrer Events anbieten oder regelmäßig Veranstaltungen mit Audiodeskription besuchen? Wir kümmern uns darum. Melden Sie sich gerne jederzeit über unsere Kontaktadressen und melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Ein Veranstaltungsfoto für das Leichtathletik-Meeting ANHALT 2021. Im offenen Paul-Greifzu-Stadion sind auf einer Laufbahn Hürden aufgebaut. Einige Hürdensprinterinnen laufen sich gerade warm. Sie laufen vor einer kleinen Tribüne mit regelmäßig besetzten Sitzplätzen entlang. Links im Bild wartet ein Stabhochspringer mit gesenktem Stab auf seine Startfreigabe, Foto: Tomke Koop.

Leichtathletik-Meeting ANHALT 2021

Mit dem Leichtathletik-Meeting ANHALT 2021 startet bereits die 23. Auflage dieser Veranstaltung, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Jährlich messen sich internationale Stars der Leichtathletik und solche, die ihre besten Leistungen noch vor sich haben. Organisiert wird das Leichtathletik-Meeting ANHALT 2021 vom Anhalt-Sport e. V. Im vergangenen Jahr konnten wir erstmals bei dieser Veranstaltung eine Live-Audiodeskription für sehbehinderte und blinde Leichtathletik-Fans anbieten.

Derzeit rechnen wir damit, dass es auch dieses Jahr wieder Zuschauer möglich sein werden. Wir hoffen darauf, zu diesem Event unsere erste Veranstaltung mit Gästen seit einem Dreiviertel Jahr zu erleben. Im vergangenen Jahr konnten wir insgesamt 15 Hörplätze für Gäste mit Sehbehinderung und ihre Begleitpersonen reservieren. Und damit mit etwa tausend weiteren Fans bei dieser kultigen Open-Air-Veranstaltung dabei sein. 

Ticketanfragen nehmen wir ab jetzt per Mail an: veranstaltungen@hoermal-audio.org oder unter 0341-33208860 an (Ansprechpartner Florian Eib). Der Ticketpreis liegt bei 15 Euro. Menschen mit ausgewiesener Sehbehinderung haben eine Begleitperson frei. Wir freuen uns über jede Rückmeldung!

Shuttle-Bus aus Leipzig

Am Veranstaltungstag bieten wir zusätzlich zu einem gemeinsamen Treffpunkt vor dem Stadion einen Bus-Shuttle aus Leipzig an. Damit haben wir im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gesammelt. Die Abfahrtzeiten werden wir bei Interesse persönlich mitteilen. Wir fahren am Nachmittag nach Dessau und am Abend wieder zurück. Die Fahrtzeit beträgt jeweils etwa eine Stunde. Außerdem gibt es vor Ort einen Begleitservice. Wenn Sie möchten, führen wir Sie also auch beim Leichtathletik-Meeting ANHALT 2021 zu Ihren Sitzplätzen. Die für die Hörbeschreibung nötige Audio-Technik bekommen Sie von uns. Eigene Kopfhörer können mitgebracht werden. Melden Sie sich bei Interesse oder jeglichen Fragen zum Service Audiodeskription bitte direkt unter unseren Kontaktadressen. Wir freuen uns auf Sie!

Zum Sportlichen: Internationales Meeting in Dessau

Zum Leichtathletik Meeting in der Bauhausstadt waren im vergangen Jahr etwa 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen. Wie jedes Jahr reisten über 100 Athletinnen und Athleten aus aller Welt nach Dessau. Denn das Meeting gehört längst du einem der begehrtesten Open-Air-Events im Leichtathletik-Kalender. Malaika Mihambo und Johannes Vetter bestimmten die Schlagzeilen beim 22. Internationalen Leichtathletik-Meeting. Malaika Mihambo gelang am 8. September die Weltjahresbestleistung über 7.03 Meter. Johannes Vetter gewann den Speerwettbewerb. Zwei Tage nachdem er mit einer Fabel-Weite von 97,76 Metern nah am Weltrekord gekratzt hatte. In diesem Jahr hat unter anderem Stabhochsprung-Ass Piotr Lisek schon seine Teilnahme bestätigt. So wie die auch wieder erwartete Mihambo ist der Pole einer von vielen Athletinnen und Athleten, die wie später im Jahr bei den Olympischen Spielen zu sehen sein könnten.

Folgende Disziplinen sind Stand jetzt geplant:
Männer: 100m, 400m, 800m, 400m Hürden, 2.000m Hindernis, Stabhochsprung, Speerwurf
Frauen: 100m, 400m, 800m, 100m Hürden, Weitsprung, Hochsprung

SICHTBAR – Der Podcast: Dating-Apps für Sehbehinderte. Ein Farbfoto einer hellen Holzfläche. Auf dieser liegt im unteren Bildrand ein weißes iPhone. schräg darüber befinden sich zwei rote Sprechblasen, in denen jeweils ein weißes Herz und eine weiße Sprechblase abgebildet sind. In der Mitte des Fotos ist das Logo von SICHTBAR abgebildet. Dieses besteht aus einem zu einem Kreis geschwungenen Mikrofon, in dessen Mitte der Schriftzug „SICHTBAR DER PODCAST“ steht.

SICHTBAR-Podcast: Dating-Apps für Sehbehinderte

Welche Dating-Apps eignen sich für Sehbehinderte?

Es gab schon immer unterschiedlichste Wege, jemanden kennenzulernen. Einer dieser Wege sind Dating-Apps, von denen es immer mehr Angebote auf dem Markt gibt. Besonders in Zeiten von Kontaktbeschränkungen scheinen sie an Bedeutung zu gewinnen. Wir haben uns gefragt, ob es auch Dating-Apps für Blinde und Sehbehinderte gibt und sind dieser Frage in Folge 10 unseres Adventskalenders auf den Grund gegangen.

Nun gibt es noch ein kleines Update, über das wir uns mit Manuel Beck unterhalten haben.

Ein Gruppenfoto mit Manuel Beck, Malaika Mihambo, Florian Eib und Tomke Koop von HörMal Audiodeskription.
Unser Gesprächspartner Manuel (links) ist viel und gerne unterwegs. Zum Beispiel bei Sportveranstaltungen. Jetzt, in Zeiten von Kontaktbeschränkungen, hatte er Zeit, verschiedene Dating-Apps auszuprobieren und konnte uns von seinen Erfahrungen berichten.

Transkript (PDF) – Adventskalender Türchen 10: Gibt es Dating-Plattformen für Blinde?

Transkript (PDF) – Dating-Apps für Sehbehinderte

Barrierefreies Dating – gar nicht so einfach

Als wir uns Fragen für unseren SICHTBAR-Adventskalender überlegten, stießen wir auch auf das Thema Dating-Apps für Sehbehinderte und fragten Manuel Beck, ob er in diesem Bereich bereits Erfahrungen gesammelt hätte. Der 32-Jährige ist blind und erzählte uns, dass er sich im Zuge der Kontaktbeschränkungen mit dem Thema Dating-Apps befasst hat. Dabei hat er zum Beispiel Tinder ausprobiert. Die App war für ihn einfach bedienbar. Schwierigkeiten traten erst beim Hochladen eines Bildes auf. Das mag für eine Person mit Sehbehinderung noch möglich sein. Allerdings ist der Bild-Eindruck bei dieser, wie auch vielen anderen Dating-Apps im Vordergrund. Als blinder Mensch müsste man sich die Bilder also von jemand anderem beschreiben lassen – das macht es eher schwierig. Eine Dating-App speziell für Blinde und Sehbehinderte kennt Manuel übrigens nicht. Und dabei betonte er auch, dass er sich im Sinne der Inklusion ohnehin nicht nur auf das Kennenlernen von Menschen mit Behinderung beschränken möchte.

Doch noch eine barrierefreie Dating-App?

So der Stand der Dinge bis zur Veröffentlichung unserer Folge im Dezember. Kurz danach ist Manuel allerdings doch noch fündig geworden und meldete sich prompt noch einmal bei uns. Denn er hat eine App gefunden, die seine Kriterien zur Barrierefreiheit weitestgehend erfüllt: Informationen sollten mit der Sprachausgabe ausgelesen und Nachrichten einfach gelesen und verschickt werden können. Fotos sollten außerdem nicht im Mittelpunkt stehen. Manuel erzählte uns von der App „Lovetastic“. Diese komme komplett ohne Bilder aus. Als schönes Extra-Feature besonders für Sehbehinderte empfindet Manuel die Möglichkeit, seine eigene Stimme hochzuladen. Insgesamt fällt Manuels Fazit zur Barrierefreiheit der App sehr positiv aus. Was die App noch für Funktionen hat und ob Manuel auch schon jemanden kennenlernen konnte, erfahrt ihr in unserer neuen Podcast-Folge. Viel Spaß beim Hören!

Noch ein kleiner Hinweis: Wir möchten mit unserer Folge keine Werbung für die App Lovetastic machen. Es handelt sich um einen kleinen Erfahrungsbericht, an dem wir euch teilhaben lassen möchten.