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Inklusion

Im Interview-Studio des Offenen Kanal Merseburg-Querfurt sitzen Moderator Florian Eib und Michael Bach - Experte für Leichte Sprache. Sie sitzen in gelben Sesseln und sprechen angeregt miteiander. Michael Bach ist um die 50, trägt eine Brille, Jeans und eine dunkle Strickjacke, Foto: HörMal Audiodeskription/Offener Kanal Merseburg-Querfurt.

SICHTBAR – Der Podcast: Wie funktioniert Leichte Sprache?

Im Interview-Studio des Offenen Kanal Merseburg-Querfurt sitzen Moderator Florian Eib und Michael Bach - Experte für Leichte Sprache. Sie sitzen in gelben Sesseln und sprechen angeregt miteiander. Michael Bach ist um die 50, trägt eine Brille, Jeans und eine dunkle Strickjacke, Foto: HörMal Audiodeskription/Offener Kanal Merseburg-Querfurt.
Zu Gast im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt (OKMQ). Florian Eib interviewt Michael Bach. Das Interview wurde in Zusammenarbeit mit der inklusiven Redaktion „i-Team“ des OKMQ vorbereitet, bild- und tontechnisch aufgezeichnet, Foto: HörMal Audiodeskription/OKMQ.

Wie funktioniert Leichte Sprache?

Ein weitere Podcastfolge im Rahmen unseres Projekts SICHTBAR+, das wir zusammen mit dem Offenen Kanal Merseburg-Querfurt und deren inklusiver Redaktion „i-Team“ umsetzen konnten. Als Experte für Leichte Sprache steht uns Michael Bach Rede und Antwort. Leichte Sprache ist nicht nur ein interessant und wichtig, sondern – und das wird gerne vergessen – kann auch unheimlich hilfreich für viele Menschen sein.

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Engagement aus der Praxis geboren

„Es ist über 20 Jahre her“ berichtet Bach, als er zum ersten Mal rein praktisch mit dem Thema Leichte Sprache in Berührung kam. Damals arbeitete der gelernte Sozialpädagoge in einer Wohneinrichtung. Es stand die so genannte „Bewohnerbeiratswahl“ an, zu der es einen Gesetzestext gibt. Damit alle Bewohnerinnen und Bewohner diesen auch gut verstehen konnten, vereinfachte Bach ihn nach eigenem Sprachgefühl „ohne, dass ich die Regeln für Leichte Sprache kannte. Und damals gab es die so in der Form auch noch nicht“. 

Dabei fertigte er seine Übersetzung nicht allein, sondern mit einer Bewohnerin an, die selbst eine geistige Behinderung hat. „Bis heute ist sie in meiner Prüfgruppe“ berichtet Bach „und prüft, ob Texte gut übersetzt worden sind“.

Das Konzept Leichte Sprache

Unbewusst setzte Bach bei diesem ersten Projekt Regeln um, die heute auch wissenschaftlich anerkannt. sind. Sie dienen dazu, komplizierte Texte in Leichte Sprache zu übertragen. Und ganz wichtig: Eine Prüfgruppe muss immer dabei sein. Denn nur dann darf man von „Leichter Sprache“ sprechen. Nicht zu verwechseln mit Einfacher Sprache, die sich in ihrer Schwierigkeit zwischen komplizierter und Einfacher Sprache befindet und nicht zwingend mit einer Prüfgruppe erarbeitet werden muss. Außerdem gehören zur Leichten Sprache auch Bilder, die den Text untermalen und zum Verständnis beitragen können. „Das Grundprinzip von Leichter oder auch Einfacher Sprache ist: Ich bringe komplizierte Sachverhalte, ob aus Medizin, Museen, mit geschichtlichem Hintergrund etc. einer breiten Zielgruppe nahe“. 

Für viele Menschen nützlich

„Es gibt unheimlich viele Zielgruppen für Leichte Sprache“ meint Michael Bach. Wie so oft kann ein Service für Menschen mit Behinderung für viele Zielgruppen sehr nützlich sein. „Es gibt natürlich Menschen mit geistiger Behinderung, für die Leichte Sprache wichtig ist. Aber auch Deutschlernende, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen, die von Geburt an gehörgeschädigt sind, Menschen mit Demenz oder mit Sprachstörungen zum Beispiel in Folge eines Schlaganfalls und nicht zuletzt auch Menschen mit Lernschwierigkeiten“. Man kann diese Liste fortführen und auch um Menschen ergänzen, die nicht gut lesen können. Und mal ehrlich: Wem war nicht schon mal ein Amtsschreiben in den Händen, das man zwei-, drei-, viermal lesen musste, um es am Ende (vielleicht) zu verstehen. Leichte oder auch Einfache Sprache kann für jeden und jede unter gewissen Umständen hilfreich sein. Passend dazu ist auch das Motto des Büros für Leichte Sprache der Lebenshilfe Eisleben für das Michael Bach lange tätig war: „Wir verstehen uns“.

Zu Gast bei SICHTBAR+

SICHTBAR+ ist ein Projekt, welches wir im November 2024 gemeinsam mit dem Offenen Kanal Merseburg-Querfurt und dem i-Team, der inklusiven Redaktion, erarbeiten konnten. Im Rahmen des Projekts haben wir Workshops zu den Themen „Barrierefreies Social-Media“ und „Gesundes Sprechen“ gegeben. Außerdem wurden die Interviews im Rahmen des Projekts gemeinsam erarbeitet und aufgezeichnet. Die inklusive Redaktion zeichnete sich verantwortlich für die Video- und Audioaufnahme, das Studiosetting sowie die Betreuung unserer Gästinnen und Gäste. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Zusammenarbeit. Und natürlich auch für die finanzielle Unterstützung – in erster Linie die Aktion Mensch.

Leichte Sprache im Studio. Michael Bach mit graumelierten Haaren, gestutztem Vollbart, in dunkler Strickjacke und heller Jeans blickt in Richtung des Moderators. Im Bildvordergrund sitzt eine Mitarbeiterin der inklusiven Redaktion des Offenen Kanal Merseburg-Querfurt als Kamerafrau an einer Kamera und filmt ihn, Foto: HörMal Audiodeskription.
Innerhalb eines Wochenendes wurden vier Podcastfolgen gemeinsam mit dem „i-Team“ erstellt, inklusive Vorbereitungen, zwei Workshops und zwei Drehtagen. Foto: HörMal Audiodeskription.

Wir sprechen in unserem Podcast „SICHTBAR“ mit Menschen über Inklusion und Barrierefreiheit. Wir porträtieren Menschen mit Behinderung, weil wir mehr über ihr Leben, die Schwierigkeiten, aber vor allem auch die Möglichkeiten wissen möchten. Dabei sind wir jederzeit auch offen für Feedback zu neuen Interview-Gästen. Schreibt uns euer Feedback und Vorschläge gerne per Mail an sichtbar@hoermal-audio.org. SICHTBAR – Der Podcast wird von HörMal Audiodeskription in Kooperation mit dzb lesen herausgegeben.

Ein Foto von Anja Adler in einem Kajak auf leicht welligem Wasser eines Flusses. Sie hat an einem Steg angelegt und ein Doppelpaddel auf dem Schoß. Anja trägt ein Trikot mit dem Bundesadler darauf, hat eine rote Kappe auf, die ihre Haare verdeckt, trägt eine Sonnenbrille und lächelt, Fotocredits: Anja Adler.

SICHTBAR – Der Podcast: Paralympics-Medaillengewinnerin Anja Adler

Ein Foto von Anja Adler in einem Kajak auf leicht welligem Wasser eines Flusses. Sie hat an einem Steg angelegt und ein Doppelpaddel auf dem Schoß. Anja trägt ein Trikot mit dem Bundesadler darauf, hat eine rote Kappe auf, die ihre Haare verdeckt, trägt eine Sonnenbrille und lächelt, Fotocredits: Anja Adler.
Nicht aus der Bahn bringen lassen: Nach einem schweren Schicksalsschlag hat Anja Adler ihre Leidenschaft für den Para-Kanurennsport entdeckt. Sie lebt und trainiert in ihrer Heimatstadt Halle, Fotocredits: Anja Adler.

Paralympics-Medaillengewinnerin Anja Adler

Sie ist eine der erfolgreichsten Para-Kanurennsportlerinnen Deutschlands und darf sich seit 2024 auch Medaillengewinnerin der Paralympics nennen. Wir haben wenig später mit Anja Adler sprechen können und freuen uns, diese zeitlos spannende Folge mit vielen persönlichen Einblicken nun kurz vor dem Start der Paralympischen Winterspiele zeigen zu können. 

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Dem Schicksal erfolgreich die Stirn geboten

Anja Adler gehört zu den Athletinnen und Athleten aus dem deutschen Para-Team, die nicht mit einer Behinderung geboren sind. Bei ihr führte ein Unfall im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit 2015 zu einer inkompletten Querschnittslähmung. Die studierte Geologin stürzte bei einem Forschungsvorhaben knapp 15 Meter in eine Höhle als ein Felsvorsprung unter ihren Füßen wegbrach. 
Sie hatte Glück im Unglück. Rettung, Operationen und Reha verliefen gut. Im Hallenser Klinikum Bergmannstrost (Link zu einer MDR-Dokumentation mit Audiodeskription) wurden der sportbegeisterten Mittzwanzigerin außerdem neue Perspektiven aufgezeigt. Ihr damaliger Physiotherapeut war Nationaltrainer der Deutschen Para-Kanuten. Nachdem sich Adler erst noch in Rollstuhlbasketball und Tischtennis ausprobiert hatte, bemerkte sie schnell, dass ihre Naturverbundenheit sie eher zu einer Outdoor-Sportart trieb. Bereits 2017 stellten sich erste internationale Erfolge im Para-Kanu ein. 

2024 – Die Medaille(n) vor Augen

Im Sport ist vieles nicht planbar, man kann es aber bestmöglich versuchen. Seit Oktober 2023 hatte Anja alles auf ihre zweiten paralympischen Spiele ausgerichtet. Das erste Trainingslager fand bereits ein Dreivierteljahr vor den Spielen statt. Im Frühjahr 2024 passten die Ergebnisse bereits nahezu perfekt. Das Resultat: WM-Bronze im Mai. „Der Druck wurde aber dadurch nicht kleiner“ berichtet Adler. Zumal sie bei den Paralympischen Spielen in Tokio 2021 mit dem unliebsamen vierten Rang vorliebnehmen musste, ebenso wie bei den Weltmeisterschaften in den darauffolgenden Jahren.

Die Zweifel fahren mit

Das nächste Highlight: Silber bei der EM 2024 mit einem „schon sehr perfekten Rennen“. Die Medien machen Anja Adler zur Medaillenkandidatin, sie selbst zweifelt in dieser Phase, ob „das perfekte“ Rennen nicht vielleicht schon etwas zu früh kam. Denn bis zum Saison-Höhepunkt in Paris sind es zu diesem Zeitpunkt noch zweieinhalb Monate. Am Ende sollte 2024 ihr erfolgreichstes Karriere-Jahr werden. Bronze bei den Paralympischen Spielen in Paris, bei allen Großereignissen auf dem Treppchen – für die gebürtige Hallenserin ist „ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“.

Ein Gruppenfoto zeigt das Team von „Sichtbar-Der Podcast“ mit dem „i-Team“ - dem inklusiven Team des Offenen Kanals Merseburg-Querfurt. Insgesamt sind 13 Personen jüngeren bis mittleren Alters auf dem Foto. Sehr präsent in der Mitte sitzt Anja Adler im Rollstuhl, auf ihrem Schoß ein Zwerg-Spitz. Neben ihr ist auf einem Tisch und in einer Schatulle ihre Paralympische Medaille drapiert, Foto: HörMal Audiodeskription.
Anja Adler mit dem gesamten Aufnahmeteam von SICHTBAR+ im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt. Die herzliche Hallenserin erfüllte nach dem Gespräch gerne noch zahlreiche Autogrammwünsche, Foto: HörMal Audiodeskription.

Zu Gast bei SICHTBAR+

SICHTBAR+ ist ein Projekt, welches wir im November 2024 gemeinsam mit dem Offenen Kanal Merseburg-Querfurt und dem i-Team, der inklusiven Redaktion, erarbeiten konnten. Im Rahmen des Projekts haben wir Workshops zu den Themen „Barrierefreies Social-Media“ und „Gesundes Sprechen“ gegeben. Außerdem wurden die Interviews im Rahmen des Projekts gemeinsam erarbeitet und aufgezeichnet. Die inklusive Redaktion zeichnete sich verantwortlich für die Video- und Audioaufnahme, das Studiosetting sowie die Betreuung unserer Gästinnen und Gäste. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung.


Wir sprechen in unserem Podcast „SICHTBAR“ mit Menschen über Inklusion und Barrierefreiheit. Wir porträtieren Menschen mit Behinderung, weil wir mehr über ihr Leben, die Schwierigkeiten, aber vor allem auch die Möglichkeiten wissen möchten. Dabei sind wir jederzeit auch offen für Feedback zu neuen Interview-Gästen. Schreibt uns euer Feedback und Vorschläge gerne per Mail an sichtbar@hoermal-audio.org. SICHTBAR – Der Podcast wird von HörMal Audiodeskription in Kooperation mit dzb lesen herausgegeben.

Das Geschenk der Weisen: SICHTBAR-Weihnachtsgeschichte 2023. Das Banner von SICHTBAR – Der Podcast ist ein Rechteck. In der Mitte des Rechtecks befindet sich vor einem roten Hintergrund ein weißes, kreisförmiges Mikrofon. Im Mikrofon befindet sich der Schriftzug "SICHTBAR DER PODCAST" in weißer Farbe. Über dem Kopf des geschwungenen Mikrofons im Logo hängt eine Weihnachtsmütze und unter dem Schriftzug ist ein grüner Tannenzweig.

SICHTBAR – Der Podcast: Tierische Weihnachten

Beitragsbanner „Das Geschenk der Weisen“: SICHTBAR-Weihnachtsgeschichte 2023. Das Banner von SICHTBAR – Der Podcast ist ein Rechteck. In der Mitte des Rechtecks befindet sich vor einem roten Hintergrund ein weißes, kreisförmiges Mikrofon. Im Mikrofon befindet sich der Schriftzug "SICHTBAR DER PODCAST" in weißer Farbe. Über dem Kopf des geschwungenen Mikrofons im Logo hängt eine Weihnachtsmütze und unter dem Schriftzug ist ein grüner Tannenzweig.

Tierische Weihnachten

Wir freuen uns tierisch über das, was 2025 war. Über 90 Veranstaltungen mit weit über 1000 Gästen konnten wir mit Audiodeskription begleiten. Dabei gilt unser dreifacher Dank allen Partnerinnen und Partnern, unseren Gästen, die sich häufig auch auf lange Reisen zu unseren Veranstaltungen begeben haben und natürlich unseren Team-Mitgliedern und ehrenamtlichen Unterstützer*innen, ohne die diese ganzen Projekte nur halb so schön und nicht mal ein Viertel so erfolgreich wären. In diesem Jahr haben wir neben einem persönlichen Rückblick zwei tierische Weihnachtsgeschichten aufgesprochen.

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Herzlichen Dank für 2025

Ein frohes Fest und einen erfolgreichen Start in 2026! Was haben wir 2025 alles erlebt… Das internationale deutsche Turnfest war in Leipzig zu Gast ebenso wie die Turn-EM. Wir waren innerhalb einer Woche mit 24 Veranstaltungen am Start. Außerdem waren wir erstmals in Konstanz und konnten das traditionelle Münsterplatz Open Air mit Audiodeskription ausstatten und gleichzeitig einen Audiowalk durch den Konstanzer Hafen organisieren. Im Sommer hatten wir große Freude beim Pferdesport in Aachen und konnten gegen Ende des Jahres bereits zum dritten Mal „Holiday on Ice“ mit Audiodeskription zeigen. Musicalgenuss gab es bei „Grease“ und innovativ waren wir mit zwei Comiclesungen mit Audiodeskription in Kooperation mit dem Literaturhaus Stuttgart. So etwas hat es vorher noch nie gegeben. Es gibt also allen Grund, dass wir ausgelassen tierische Weihnachten feiern.

2026: Neue Website, App und zwei Weltmeisterschaften

Auch im kommenden Jahr erwartet uns Großes und wir freuen uns sehr darauf. Unsere neue Website geht an den Start. Sie ist quasi fertig. Ebenso pflegen wir schon seit Mitte des Jahres unsere HörMal-App. Hiermit soll es noch einfacher sein, unsere Veranstaltungen zu überblicken und sich direkt dafür anzumelden. Außerdem können Livestreams nun direkt über unsere App gehört werden. 

Stichwort Weltmeisterschaften: Wir sind stolz darauf, die Reit-WM in Aachen und die WM der Rhythmischen Sportgymnastik mit Audiodeskription anbieten können. So wie auch die Domstufenfestspiele in Erfurt bilden diese beiden Events unser Sommerhighlight im August. Es lohnt sich schon jetzt in unseren Kalender zu schauen, weit über 20 Events sind bereits in Planung. Alle unsere Veranstaltungen findet ihr – wie immer – auf unserer Events-Seite (www.hoermal-audio.org/events). Jetzt heißt es aber erst einmal: kurz durchatmen, sich kurz auf die Gemütlichkeit der Weihnachtstage besinnen und natürlich Danke sagen. Danke an alle unsere gutgelaunten Gäste und unsere Partner, die sich mit uns für mehr Barrierefreiheit einsetzen. Wir freuen uns auf viele kommende gemeinsame Stunden.

Auch im Namen des gesamten SICHTBAR-Podcast-Teams wünschen wir euch einen frohen Jahresausklang. Natürlich werden wir uns im kommenden Jahr wieder spannenden Themen widmen, versprochen. Danke fürs rege Hören sagen: Tomke Koop, Constantin Sträter, und Florian Eib.


Wir sprechen in unserem Podcast „SICHTBAR“ mit Menschen über Inklusion und Barrierefreiheit. Wir porträtieren Menschen mit Behinderung, weil wir mehr über ihr Leben, die Schwierigkeiten, aber vor allem auch die Möglichkeiten wissen möchten. Dabei sind wir jederzeit auch offen für Feedback zu neuen Interview-Gästen. Schreibt uns euer Feedback und Vorschläge gerne per Mail an sichtbar@hoermal-audio.org. SICHTBAR – Der Podcast wird von HörMal Audiodeskription in Kooperation mit dzb lesen herausgegeben.

Inklusiv Gewinnt mit Audiodeskription: Das Foto zeigt einen Leichtathletik-Wettbewerb von Inklusiv Gewinnt. Eine Rollstuhlfahrerin im roten Trikot beim Kugelstoßen. Foto: Inklusiv Gewinnt.

Inklusiv Gewinnt Chemnitz 2025

„Inklusiv Gewinnt“ ist ein Sportfest und eine Idee des Vereins Wir.Bewegen.Sport e.V. unter der Leitung der ehemaligen Einskunstläuferin Katharina Witt. Dahinter steckt ein Tag voller Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung, der die Chancen von Inklusion erlebbar macht. Unter anderem mit den Basketballern der NINERS Chemnitz.

Nachdem das Event in Leipzig und Potsdam ein voller Erfolg war, wird es nun am Sonntag, den 17. August, zum ersten Mal in Chemnitz stattfinden. Menschen mit und ohne Behinderung machen gemeinsam Sport – und du kannst sie tatkräftig anfeuern. Wir begleiten Inklusiv Gewinnt in Chemnitz mit einer Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher. Dabei beschreiben wir nicht nur die Sportwettkämpfe live vor Ort, sondern führen dich gerne auch über das Familienfest, das mit vielen Aktionsständen zum Mitmachen und Ausprobieren einlädt. Auch Gerätturn-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz und ihre Schwester Helene werden mit ihrem MOVE & IMPROVE CLUB dabei sein.

Das Programm

Das sportliche Programm ist wie folgt geplant:

Fußball von 10 bis 11 Uhr: Hier stehen Spieler des Regionalligisten Chemnitzer FC mit Blindenfußballern aus der Region auf dem Blindenfußball-Court. Für Spannung ist gesorgt.

Leichtathletik von 11:30 bis 12:30 Uhr: Beim 100 m Lauf starten die olympischen Athletinnen und Athleten von der bekannten Startlinie, je nach Beeinträchtigung und ihren Bestzeiten starten die Para, Deaflympics- und Special Olympics Athletinnen und Athleten ein paar Meter weiter vorn. Beim Startschuss laufen alle zeitgleich los. Wer zuerst die Ziellinie erreicht, hat gewonnen.

3 x 3 Basketball von 13:30 bis 14:30 Uhr: Hier stehen Basketball-Profis von den NINERS Chemnitz aus der ersten Bundesliga mit Rollstuhl-Basketballern auf dem Feld. Je ein Niners-Spieler agiert außerhalb der Dreier-Linie, zwei Rolli-Basketballer pro Team spielen in der Zone unter dem Korb.

Breaking von 15 bis 15:30 Uhr: Beim Breaking im Rahmen von Inklusiv Gewinnt Chemnitz treten die teilnehmenden Athletinnen und Athleten von The Saxonz und Ill-Abilities gemeinsam in einem 3 gegen 3 Battle an. Heißt – jeweils drei Tänzer bilden ein Mixed-Team. Wettkampfrichter bewerten die Auftritt und addieren die Punkte der Teams.

Zentraler Anlaufpunkt wird eine Show-Bühne sein. Hier erlebst du Talks mit Olympiasiegern, Paralympics-Athleten und Siegerehrungen der Sportwettbewerbe mit Katharina Witt. Außerdem gibt es Live-Musik und Tanz-Shows.

Bring gerne deine Freunde und Familie mit. Der Eintritt zu allen Wettbewerben und zum Familienfest ist frei.

Audiodeskription – Inklusiv Gewinnt

Wir sind mit einer Audiodeskription den ganzen Tag vor Ort. Da wir ein Zweierteam sind, können wir auch individuell für Interessierte die jeweiligen Events beschreiben. Schreib uns bei Interesse gerne eine Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder ruf uns unter an unter 0341-33208860. Wir freuen uns auf dich!

Ein Foto eines älteren Herrn mit Baskenmütze und einer Dame mit Hut, die an einem taktilen und eisernen Tastmodell Gebäude einer Stadt erkunden. Der ältere Herr hat einen Blindenlangstock in einer Hand, Foto: HörMal Audiodeskription.

Wie kann man Stadtführungen barrierefrei(er) gestalten?

Ein Foto eines älteren Herrn mit Baskenmütze und einer Dame mit Hut, die an einem taktilen und eisernen Tastmodell Gebäude einer Stadt erkunden. Der ältere Herr hat einen Blindenlangstock in einer Hand, Foto: HörMal Audiodeskription.
Vielerorts gibt es mittlerweile taktile Stadtmodelle. Sie helfen vor allem dabei, eine Übersicht zu bekommen und Dimensionen abschätzen zu können, Foto: HörMal Audiodeskription.

Stadtführungen barrierefrei(er) gestalten

Von „Barrierefreiheit“ zu sprechen, ist tückisch. Denn „barrierefrei“ im engeren ist eigentlich nichts. Aufgrunddessen spricht man häufig auch von „barrierearm“, was aber möglicherweise noch mehr Fragen aufwirft. Viel wichtiger als die Bezeichnung ist allerdings die Umsetzung. 

Kürzlich haben wir den Hafenrundgang „Wellenschrauschen und Stadtgemunkel“ gemeinsam mit dem Theater Konstanz entwickelt und können aus diesem Beispiel berichten, wie Stadtführungen barrierefrei(er) werden können. Weitere Veranstaltungen dieser Art haben wir bereits in Stuttgart und Leipzig organisiert.

Objekt- und Wegbeschreibungen

Für Menschen mit Sehbehinderung sind Objektbeschreibungen oder auch Beschreibungen dessen, worüber gesprochen wird und wo man sich befindet, sehr wichtig. Sie können sonst nur schwer eine Vorstellung darüber entwickeln und Hintergrundinformationen schwerer ordnen. Hilfreich ist hierbei, ein Audioguide-System zu nutzen. Das hat den Vorteil, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen den Erklärungen unmittelbar folgen können, ohne, dass sie sich an eine bestimmte Position bspw. in die Nähe des Stadtführers / der Stadtführerin begeben müssen. Besonders in lauten Umgebungen können die Kopfhörer außerdem Umgebungsgeräusche dämpfen und so dabei helfen, den Fokus auf die Stadtführung zu halten. Ein Audioguide-System kann auch Menschen, deren Hörfähigkeit abgenommen hat oder geringer vorhanden ist, eine Unterstützung sein. Hierüber können auch Induktionsschleifen eingebunden werden.

Stadtfühurungen barrierefrei: Eine Gruppe sehbehinderter und sehender Menschen steht im Schatten unter Ahornbäumen. Jede Person der Gruppe trägt Hörempfänger eines Audioguide-Systems, Foto: HörMal Audiodeskription.
Gäste des Rundgangs „Wellenrauschen und Stadtgemunkel“ mit und ohne Behinderung, Foto: HörMal Audiodeskription.

Verortung und Wegbeschreibung

Als Grundlage für eine Stadtführung kann eine taktile Karte bzw. eine Tastmodell einer Stadt oder eine Region einen guten Überblick verschaffen. Außerdem können Menschen mit Sehbehinderung eine Vorstellung über die Größe und Anordnung von Gebäuden entwickeln. Hinzu kommt, dass die Lage und Ausrichtung von Sehenswürdigkeiten über den Tastsinn erfahrbar gemacht werden kann.

Eine Nahaufnahme einer Hand, die an einen Kirchturm tastet, Foto: HörMal Audiodeskription.
Eine Besonderheit einiger Stadtmodelle: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind mit Braille-Schrift – also Blindenschrift – beschriftet. Menschen, die diese Schrift lesen können, kann das eine zusätzliche Orientierung sein, Foto: HörMal Audiodeskription.

Aber auch wenn kein Tastmodell vorhanden ist, sollte die geplante Route gleich zu Beginn erklärt werden. Hilfreich ist das Benennen markanter Haltepunkte oder auch das Arbeiten mit Himmelsrichtungen (bspw. „Wir bewegen uns südlich der Altstadt von Osten nach Westen“). So wissen alle, worauf sie sich einstellen können. Auch während des Laufens kann über das Audioguide-System eine kurze Beschreibung der Umgebung helfen, um bspw. blinden oder sehbehinderten Menschen eine Vorstellung der Umgebung zu vermitteln. Techniken der Audiodeskription finden hier Anwendung.

Einbinden taktiler Elemente

Nicht nur für Menschen mit einer Sehbehinderung kann das Ertasten von Dingen einen Erkenntnisgewinn bedeuten. Auch sehende Menschen und vornehmlich auch Kinder erfreuen sich daran und stellen eine bessere Verbindung zwischen dem Gesagten und dem Objekt her. Speziell bei Gebäuden oder auch abstrakten Elementen empfehlen wir – fernab von einer auditiven Beschreibung – auch mit Tastobjekten zu arbeiten. So manches Gebäude ist dabei in Miniatur in einem Souvenirshop zu erwerben. 

Eine Bildcollage zeigt links zwei Teilnehmende einer Stadtführung mit einem Tastmodell eines abstrakten Kunswerks, rechts in Nahaufnahme eine Hand, die ein Modell eines Gebäudes betastet, Foto: HörMal Audiodeskription.
Tastmodelle bilden immer eine willkommene Abwechslung in Stadtführungen und können blinden und auch sehbehinderten Menschen als wichtige Unterstützung dienen, Foto: HörMal Audiodeskription

Multimediale Aufbereitung

Um eine Stadtführung barrierefreier zur gestalten, sollten verschiedene Medien einbezogen werden. Hilfreich ist hierbei die Verwendung eines Tablets, welches sich leicht tragen lässt und als Multimedia-Player sowohl Fotos als auch Sounds abspielen kann. Für Menschen mit einer Hörbehinderung können die Erklärungen während der Stadtführung in Form von Untertiteln oder auch per aufgezeichneter Gebärdensprachdolmetschung verfügbar gemacht werden. Sehr nützlich ist – etwa bei Fotos – auch die Zoom-Funktion, die viele Tablets bieten. Mit deren Hilfe können sich Menschen mit Sehbehinderung Teile von Abbildungen so vergrößern, dass sie für sie noch erkennbar sind.

Tastführungen barrierefrei: Zwei Personen mit Sonnenbrille und Hut blicken auf ein Tablet, das ein schlacksiger mit Hut ihnen hinhält, Foto: HörMal Audiodeskription.
In die Hafenführung konnten auch sogenannte „Vorher-Nachher-Bilder“ einbezogen werden. Dabei werden zwei Fotos desselben Ortes zu unterschiedlichem Zeiten übereinandergelegt, mittels eines Schiebeschalters kann man zwischen ihnen hin- und herwechseln, Foto: HörMal Audiodeskription.

Es gibt gute Gründe, sich Gedanken über Barrierefreiheit zu machen. Denn vermeintliche „Hilfsmittel“ können auch für Gäste ohne Behinderung eine Bereicherung darstellen. Außerdem gilt immer: Wer versucht Barrieren abzubauen, der kann ganz neue Zielgruppen erschließen.

Die hier aufgeführten Umsetzungen, um Stadtführungen barrierefrei(er) zu machen, hegen natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele weitere Möglichkeiten. Sprecht uns bei Fragen dazu gerne an.

Das Geschenk der Weisen: SICHTBAR-Weihnachtsgeschichte 2023. Das Banner von SICHTBAR – Der Podcast ist ein Rechteck. In der Mitte des Rechtecks befindet sich vor einem roten Hintergrund ein weißes, kreisförmiges Mikrofon. Im Mikrofon befindet sich der Schriftzug "SICHTBAR DER PODCAST" in weißer Farbe. Über dem Kopf des geschwungenen Mikrofons im Logo hängt eine Weihnachtsmütze und unter dem Schriftzug ist ein grüner Tannenzweig.

SICHTBAR – Der Podcast: Fröhliche Weihnachten

Beitragsbanner „Das Geschenk der Weisen“: SICHTBAR-Weihnachtsgeschichte 2023. Das Banner von SICHTBAR – Der Podcast ist ein Rechteck. In der Mitte des Rechtecks befindet sich vor einem roten Hintergrund ein weißes, kreisförmiges Mikrofon. Im Mikrofon befindet sich der Schriftzug "SICHTBAR DER PODCAST" in weißer Farbe. Über dem Kopf des geschwungenen Mikrofons im Logo hängt eine Weihnachtsmütze und unter dem Schriftzug ist ein grüner Tannenzweig.

Robert Gernhardt – Die Falle

Unser kleiner Dank für ein weiteres besonderes Jahr mit Höhen und Tiefen, wobei bei allen Herausforderungen, die vor uns liegen, der Humor nie zu kurz kommen sollte. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr für die lustige Weihnachtsgeschichte „Die Falle“ von Robert Gernhardt entschieden. Robert Gernhardt ist ein deutscher Schriftsteller, Dichter und bildender Künstler. Er wurde 1937 im estnischen Tallinn geboren und verstarb 2006 in Frankfurt am Main. Seine Werke sind durch seinen feinen Sinn für Humor geprägt, die sich in der Tradition von Wilhelm Busch einordnen lassen. Florian Eib hat diese Weihnachtsgeschichte vertont.

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Herzlichen Dank für 2024

Fröhliche Weihnachten! Das sagen wir von Herzen und bedanken uns für ein weiteres gemeinsames Jahr. Auch in 2024 konnten wir wieder viele gemeinsame Veranstaltungen mit Audiodeskription organisieren – insgesamt waren es über 50 Events mit deutlich ansteigenden Besucherzahlen. Uns bleibt an dieser Stelle auch die Gelegenheit, euch zu danken für euer Vertrauen in unsere Arbeit. Und für die vielen positiven Rückmeldungen und Vorschläge für neue Veranstaltungen mit Audiodeskription. Natürlich wird es auch im kommenden Jahr weitergehen. Wir haben schon jetzt einen vollen Terminplan für das erste halbe Jahr. Und wir werden zu Jahresbeginn auch eine besondere Überraschung verkünden können.

Alle unsere Veranstaltungen findet ihr – wie immer – auf unserer Events-Seite (www.hoermal-audio.org/events). Jetzt heißt es aber erst einmal: kurz durchatmen, sich kurz auf die Gemütlichkeit der Weihnachtstage besinnen und natürlich Danke sagen. Danke an alle unsere gutgelaunten Gäste und unsere Partner, die sich mit uns für mehr Barrierefreiheit einsetzen. Wir freuen uns auf viele kommende gemeinsame Stunden.

Auch im Namen des gesamten SICHTBAR-Podcast-Teams wünschen wir euch einen frohen Jahresausklang. Natürlich werden wir uns im kommenden Jahr wieder spannenden Themen widmen, versprochen. Danke fürs rege Hören sagen: Tomke Koop, Constantin Sträter, und Florian Eib.


Wir sprechen in unserem Podcast „SICHTBAR“ mit Menschen über Inklusion und Barrierefreiheit. Wir porträtieren Menschen mit Behinderung, weil wir mehr über ihr Leben, die Schwierigkeiten, aber vor allem auch die Möglichkeiten wissen möchten. Dabei sind wir jederzeit auch offen für Feedback zu neuen Interview-Gästen. Schreibt uns euer Feedback und Vorschläge gerne per Mail an sichtbar@hoermal-audio.org. SICHTBAR – Der Podcast wird von HörMal Audiodeskription in Kooperation mit dzb lesen herausgegeben.

Cover von SICHTBAR – Der Podcast dzb lesen spezial: Das Logo des Podcasts ist in weiß gefärbt. Es prankt auf einer Fläche aus unzähligen leuchtend bunten und leicht transparenten Kreisen. Die Kreise sind in orange, grün, rot, und blau gefärbt. Das Bild wirkt durch die Farben lebendig und frisch. Das Logo hebt sich deutlich von dieser Fläche ab. Um die Wörter „Sichtbar“ und darunter unter einem weißen Strich „Der Podcast“ ist fast zu einem gesamten Kreis ein stilisiertes Mikrofon abgebildet. Unter dem Logo steht in dunkelblauer Schrift „dzb lesen spezial“, Grafik: Tomke Koop. Bildrechte: HörMal Audiodeskription 2020.

SICHTBAR-Podcast: dzb lesen spezial

SICHTBAR-Podcast: dzb lesen spezial

Cover von SICHTBAR – Der Podcast dzb lesen spezial: Das Logo des Podcasts ist in weiß gefärbt. Es prankt auf einer Fläche aus unzähligen leuchtend bunten und leicht transparenten Kreisen. Die Kreise sind in orange, grün, rot, und blau gefärbt. Das Bild wirkt durch die Farben lebendig und frisch. Das Logo hebt sich deutlich von dieser Fläche ab. Um die Wörter „Sichtbar“ und darunter unter einem weißen Strich „Der Podcast“ ist fast zu einem gesamten Kreis ein stilisiertes Mikrofon abgebildet. Unter dem Logo steht in dunkelblauer Schrift „dzb lesen spezial“, Grafik: Tomke Koop. Bildrechte: HörMal Audiodeskription 2020.

Im August 2020 haben wir unseren Podcast „SICHTBAR“ ins Leben gerufen. Unser Ziel war es, die vielen interessanten Gespräche, die wir führen dürfen auch öffentlich zu machen. Wir befassen uns in unserer Arbeit mit den Themen Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion. Dabei treffen wir regelmäßig Engagierte, Vordenker und natürlich auch viele Menschen mit Handicaps persönlich. Der Podcast wird gemeinsam mit unserem Partner, dem Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen herausgegeben.

Podcast-Folgen rund um das dzb lesen

Auf dieser Seite findet ihr unsere bisher erschienenen Podcast-Folgen unter dem Motto „dzb lesen spezial“. In diesen Folgen dreht sich alles um unseren Partner dzb lesen. Diese Podcast-Folgen sollen einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und in die Arbeit des dzb lesen geben.

Hört den Podcast auf eurem iPhone: https://apple.co/37mvqcO

… oder bei Spotify: https://spoti.fi/3o85TL9

Barrierefreiheit im Museum: Das Foto zeigt Hände auf einer weißen Bärenfigur. Die Figur ist ein Tastmodell im Landesmuseum Württemberg. Bild: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription

Barrierefreiheit im Museum

 

Barrierefreiheit im Museum

Anders als vielleicht zu Schulzeiten macht ein Museumsbesuch im Erwachsenen-Alter vielen Menschen Spaß. Moderne Technik lädt immer häufiger auch zu interaktiven Ausstellungen ein. Hier bieten sich Möglichkeiten, aber auch Anforderungen zur Barrierefreiheit im Museum. Was sollte bedacht werden, wenn eine Ausstellung auch für blinde und sehbehinderte Menschen gut zugänglich sein soll?

Dieses Foto zeigt einen haptischen Lageplan, der zur Verbesserung von Barrierefreiheit im Museum dient. Kontrastreich und erhaben ist Ausstellungsbereich abgegrenzt von einer Legende, die darunter steht. Weiße erhabene Schrift und Blindenschrift geben eine Übersicht über die wichtigsten Stationen der Ausstellung, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.
Ein haptischer Lageplan zu Beginn einer Ausstellung kann gut für eine grundlegende Orientierung sein. Um mit beiden Händen tasten zu können, ist eine Stockhalterung sinnvoll, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.

Orientierung in einer Ausstellung

Stellen Sie grundlegend sicher, dass die verschiedenen Ausstellungsräume auch für Menschen mit Seh- oder Geh-Behinderung gut erreichbar sind.

  • Zur besseren Orientierung im Raum gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B. Tastmodelle am Beginn der Ausstellung oder am Beginn eines jeden Raumes, akustische Signale, die den Weg zu einem Ausstellungsobjekt erklären, App-Lösungen, die eine Raumorientierung ermöglichen (bspw. durch Vibrationen oder Töne). Sinnvoll ist, dass bei der Konzeption einer Ausstellung ausreichend Platz zum Laufen eingeplant wird. Das kann für Menschen im Rollstuhl sinnvoll sein. Außerdem können blinde und sehbehinderte Menschen sich mit Langstock und der üblichen Pendeltechnik insofern orientieren, als sie keine Objekte berühren.
  • Bei Leitlinien muss beachtet werden, dass diese zwar eine Orientierung für eine Richtung bieten, allerdings ist aus ihnen nicht zwingend ersichtlich, wohin sie führen. Es muss sichergestellt sein, dass blinde und sehbehinderte Gäste darüber informiert werden. Eine Möglichkeit ist, dass man sich anhand einer Leitlinie im Uhrzeigersinn durch eine Ausstellung bewegt und durch daran angebrachte „Aufmerksamkeitsfelder“ ersichtlich macht, dass man sich in der Nähe eines Ausstellungsobjekts befindet. Weiterhin wichtig ist, dass Leitlinien sich kontrastreich vom Untergrund abheben.
  • Enthalten die Ausstellungsräume Stufen, dann sollten die Stufenkanten optisch markiert sein. Auch hier ist ein guter Kontrast zur Stufe wichtig. So kann eine Kantenmarkierung sehbehinderten Menschen bei der Orientierung helfen.
  • Blindenführhunde sollten mitgenommen werden können (ein Wassernapf für die Tiere ist sehr einladend). Mit ihrer Hilfe können blinde Menschen sich frei in der Ausstellung bewegen. Es muss aber bedacht werden, dass trotzdem signalisiert wird (beispielsweise durch akustische Signale, durch Volunteers oder blindenspezifische Führungen), wo sich Exponate befinden.
Barrierefreiheit im Museum: Das Foto zeigt Hände auf einer weißen Bärenfigur. Die Figur ist ein Tastmodell im Landesmuseum Württemberg. Bild: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription
Ein Teil zur Barrierefreiheit im Museum: Tastmodelle bieten eine willkommene Abwechslung zu klassischen Audioguides und können auch Menschen ohne Sehbehinderung einen neuen Zugang zu Ausstellungsobjekten ermöglichen, Foto: Tomke Koop / HörMal Audiodeskription.

Audiodeskription und Tast-Exponate

  • Über einen Audioguide, Apps oder eine Website können Exponat-Beschreibungen zum Hören präsentiert werden. Auch QR-Codes bieten hier angewendet werden. Sie sollten erhaben, also fühlbar, sein, damit sehbehinderte oder blinde Gäste sie selbstständig scannen können. Die Exponat-Beschreibungen sollten bestenfalls nicht nur hintergründige, sondern auch konkret bild-beschreibende Textpassagen (Audiodeskription) enthalten, um eine bessere Vorstellung der Ausstellung zu ermöglichen.
  • Tastbare Exponate bieten eine willkommene Abwechslung zu Audio-Angeboten. Sind keine Originale zum Tasten verfügbar, können Repliken oder Abstraktionen verwendet werden. Bei zweidimensionalen Objekten können Konturen durch erhabene Linien oder unterschiedliche Oberflächen-Markierungen fühlbar gemacht werden. Eine Stockaufhängung ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen die nötige „Fingerfreiheit“, die es zum Ertasten braucht.
  • Erfahrungsgemäß können auch Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen, die zu vereinbarten Uhrzeiten angeboten werden, sinnvoll sein. Eine Richtlinie könnte bei Dauer-Ausstellungen sein, diese Führungen etwa ein- bis zweimal im Monat anzubieten, offensiv zu bewerben und mit verbindlichen Reservierungen zu arbeiten. Ein Ziel wäre, sich für diese Führungen etwas mehr Zeit zu nehmen, um auf die Fragen, der aus Erfahrung meist sehr interessierten Gäste eingehen zu können. Im Zeitraum der Führung ist es sinnvoll, bei engeren Ausstellungsflächen etwas weniger Lauf-Publikum zuzulassen, damit genügend Platz und Raum für die spezifische Gruppenführung ist.

Dieser Artikel wird mit aktuellen Erkenntnissen aus unserer Arbeit regelmäßig erweitert. Leider gibt es nicht den einen Leitfaden zur Barrierefreiheit im Museum, der auf alle Ausstellungen passt. Oft müssen individuelle, manchmal auch kreative Lösungen gefunden werden. Wir erarbeiten Ausstellungs-Konzeptionen immer unter Einbezug von Menschen, die selbst eine Sehbehinderung haben oder blind sind und Erfahrung in der Gestaltung von Ausstellungen haben. Somit können wir deren Bedürfnisse und Anforderungen am besten nachvollziehen und einbringen.

fei/hma

Inklusives Public-Viewing: Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat zeigt einne Art Comicfigur mit rotem Oberteil, gelber Hose und Turnschuhen, die von der linken Seite, fast waagerecht in der Luft stehend, einen Ball kickt. Darüber steht in weißer Schrift auf blauem Grund: Stadion der Träume. Am unteren Ende des Plakats sind die Sponsoren der Veranstaltung aufgedruckt.

Inklusives Public Viewing – EM 2024 – „Stadion der Träume“

Vom 7. Juni bis 7. Juli heißt das Stadion der Träume alle Leipziger und Gäste der Stadt im Zoo Leipzig willkommen.

Inklusives Public Viewing bei Spielen der DFB-Elf

Zu allen Deutschlandspielen findet im „Stadion der Träume“ ein inklusives Public Viewing statt. Wir unterstützen dieses Projekt mit einer Live-Audiodeskription. Außerdem wird Gebärdensprache angeboten. Die Termine für das inklusive Public-Viewing sind:

– Freitag, 14. Juni – Eröffnungsspiel – Deutschland gegen Schottland, Anstoß 21 Uhr (Treffpunkt bereits 19 Uhr wegen des Eröffnungsprogramms)
– Mittwoch, 19. Juni – Deutschland gegen Ungarn, Anstoß um 18 Uhr (Treff 17 Uhr)
– Sonntag, 23. Juni – Schweiz gegen Deutschland (Treffpunkt 20 Uhr)

Wir bieten einen gemeinsamen Treffpunkt am Eingangs des Zoo Leipzig an. Danach können wir gemeinsam zur Veranstaltungsfläche gehen. Der Zoo ist mit der Straßenbahnlinie 12, Haltestelle „Zoo“, erreichbar. Wer Unterstützung bei der Anreise benötigt, kann sich gerne jederzeit bei uns melden.

Der Eintritt ist frei. Tickets werden verbindlich auf Nachfrage per Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder per Telefon an +49173-3133822 reserviert. Es lohnt sich, schnell zu sein, da voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Audiodeskription vergeben werden können.

„Stadion der Träume“ – 30 Tage buntes Programm

Im Konzertgarten des Zoo Leipzig (gleich nach dem Eingang auf der rechten Seite) spielt zur Europameisterschaft nicht nur der Fußball eine Rolle – hinzu kommen: Kunst und Kultur und ein breites Sportangebot. Bei über 30 Programmpunkten geht es darum, einen Ort der Begegnung für Jung und Alt anzubieten und über Spiel und Spaß, Talk und Diskussion, Mitmachen und Lernen einen nachhaltigen Effekt zu schaffen. Es wird dauerhafte Stationen geben, wie zum Beispiel Fußballdarts, das auch für sehbehinderte oder blinde Menschen gut spielbar ist. Außerdem zeigt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte e. V. die Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Die Überwachung und Kontrolle des Fußballs in Fotos des DDR Sicherheitsapparates“.

Dazu kommt ein wechselndes Angebot bis in die Abend­stunden, zum Beispiel: Kindertheater, Lesungen und Konzerte. Das gesamte Angebot findet sich auf der Programmseite des Veranstalters.

Inklusives Public-Viewing: Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat zeigt einne Art Comicfigur mit rotem Oberteil, gelber Hose und Turnschuhen, die von der linken Seite, fast waagerecht in der Luft stehend, einen Ball kickt. Darüber steht in weißer Schrift auf blauem Grund: Stadion der Träume. Am unteren Ende des Plakats sind die Sponsoren der Veranstaltung aufgedruckt.

Inklusives Public Viewing – EM 2024 – „Stadion der Träume“

Vom 7. Juni bis 7. Juli heißt das Stadion der Träume alle Leipziger und Gäste der Stadt im Zoo Leipzig willkommen.

Inklusives Public Viewing bei Spielen der DFB-Elf

Zu allen Deutschlandspielen findet im „Stadion der Träume“ ein inklusives Public Viewing statt. Wir unterstützen dieses Projekt mit einer Live-Audiodeskription. Außerdem wird Gebärdensprache angeboten. Die Termine für das inklusive Public-Viewing sind:

– Freitag, 14. Juni – Eröffnungsspiel – Deutschland gegen Schottland, Anstoß 21 Uhr (Treffpunkt bereits 19 Uhr wegen des Eröffnungsprogramms)
– Mittwoch, 19. Juni – Deutschland gegen Ungarn, Anstoß um 18 Uhr (Treff 17 Uhr)
– Sonntag, 23. Juni – Schweiz gegen Deutschland (Treffpunkt 20 Uhr)

Wir bieten einen gemeinsamen Treffpunkt am Eingangs des Zoo Leipzig an. Danach können wir gemeinsam zur Veranstaltungsfläche gehen. Der Zoo ist mit der Straßenbahnlinie 12, Haltestelle „Zoo“, erreichbar. Wer Unterstützung bei der Anreise benötigt, kann sich gerne jederzeit bei uns melden.

Der Eintritt ist frei. Tickets werden verbindlich auf Nachfrage per Mail an veranstaltungen@hoermal-audio.org oder per Telefon an +49173-3133822 reserviert. Es lohnt sich, schnell zu sein, da voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Tickets für die Audiodeskription vergeben werden können.

„Stadion der Träume“ – 30 Tage buntes Programm

Im Konzertgarten des Zoo Leipzig (gleich nach dem Eingang auf der rechten Seite) spielt zur Europameisterschaft nicht nur der Fußball eine Rolle – hinzu kommen: Kunst und Kultur und ein breites Sportangebot. Bei über 30 Programmpunkten geht es darum, einen Ort der Begegnung für Jung und Alt anzubieten und über Spiel und Spaß, Talk und Diskussion, Mitmachen und Lernen einen nachhaltigen Effekt zu schaffen. Es wird dauerhafte Stationen geben, wie zum Beispiel Fußballdarts, das auch für sehbehinderte oder blinde Menschen gut spielbar ist. Außerdem zeigt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte e. V. die Ausstellung „Im Objektiv der Staatsmacht. Die Überwachung und Kontrolle des Fußballs in Fotos des DDR Sicherheitsapparates“.

Dazu kommt ein wechselndes Angebot bis in die Abend­stunden, zum Beispiel: Kindertheater, Lesungen und Konzerte. Das gesamte Angebot findet sich auf der Programmseite des Veranstalters.