Audiodeskription beim Handball: Ein Foto zeigt Handballspieler im Zweikampf. Ein Spieler im grün.weißen Trikot befindet sich im Sprung und hat den rechten Arm mit dem Ball in der Hand weit hochgehoben. Ein gegnerischer Spieler im blauen Trikot umklammert ihn und reißt an seinem Trikot, Foto: Karsten Mann.

Das Hygiene-Konzept in der Arena Leipzig erlaubt mittlerweile über 2000 Zuschauer, Foto: Karsten Mann.

Beginn einer neuen Spielzeit

Am 01. Oktober beginnt die neue Handball-Saison. Endlich – möchte man sagen – hat die längste Zwangspause der jüngeren Handball-Geschichte ein Ende. Aufatmen ist angesagt. Nicht nur bei den Mannschaften, sondern auch bei uns, unseren Reportern für Audiodeskription und bei vielen unserer Gäste, die sich freuen, endlich wieder live dabei zu sein. Etwas Gutes hatte die lange Pause allerdings auch. Wir hatten Gelegenheit, mal wieder im Archiv zu kramen und die Geschichte der Audiodeskription beim Handball in Leipzig herauszuholen. Es ist eine kleine Pionier-Geschichte und auch der Beginn einer Handball-Liebe für viele sehbehinderte und blinde Sportfans. Denn mit Hilfe von Audiodeskription (Hör-Beschreibung) konnten auch sie endlich dem Spielgeschehen in der Halle folgen.

Start im April 2015

Einige unserer Reporter haben schon immer gerne Aufnahmen ihrer Reportagen gemacht. Nicht (oder nicht nur) um sie im Nachhinein Freunden und Eltern präsentieren zu können. Sondern vor allem, um nachzuhören, ob die Bildbeschreibungen detailliert genug, in der Reihenfolge sinnvoll waren und das Spielgeschehen gut übermittelten. Die erste Aufnahme kann auf den 09. April 2015 datiert werden. Damals beschrieben Florian Eib und Axel Ackermann das Derby SC DHfK Leipzig gegen EHV Aue. Axel Ackermann hatte die so genannte „Blindenreportage“ schon beim benachbarten Fußballverein RB Leipzig vorangebracht. Auch hier war Florian Eib von Beginn an mit dabei. Wie es dazu kam, dass beide für dieses Spiel von Fußball- zu Handball-Reportern wurden und wie es dann weiterging, daran erinnert sich Karsten Günther – Geschäftsführer des SC DHfK Handball im Gespräch mit Jeremias Diel.

Anpacken und Zugang schaffen

Jeremias Diel ist Sportwissenschaftler und auch selbst Reporter für Audiodeskription. Er schreibt gerade seine Bachelorarbeit zum Thema „Blindenreportage bei RB Leipzig“. In seiner Arbeit hat er sich auch mit dem Zugang zu Sportveranstaltungen für Menschen mit Behinderung befasst. Und auch hierzu mit Karsten Günther gesprochen:

Karsten Günther in Jacket, mit weißem Hemd und grüner Krawatte. Er schaut konzentriert. Im Hintergrund sitzen zahlreiche Fans mit grün-weißen Trikots und Klatschpappen, Foto: Karsten Mann
Ein Freund von klaren Worten: Karsten Günther ist der Architekt des Leipziger Handballvereins SC DHfK Leipzig in seiner heutigen Form, Foto: Karsten Mann.

Im Austausch besser werden

Projektarbeiten wie die Benannte von Jeremias sind für unsere Arbeit im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion ein wichtiger Baustein. Nur über Gespräche mit Betroffenen, Beteiligten und Verantwortlichen können wir uns hier Stück für Stück verbessern. Wir von HörMal Audiodeskription unterstützen deshalb sehr gerne diese Forschung und hoffen auch auf Eure Unterstützung. Wir bitten alle, die schon Gäste bei der Audiodeskription von RB Leipzig waren, am aktuellen Fragebogen von Jeremias teilzunehmen. Noch bis zum 30.09. ist die Umfrage online und mit wenigen Klicks gut bedienbar. Danke!

Und nur einen Tag später können unsere Reporter dann endlich wieder Gäste bei der Handball-Audiodeskription für den SC DHfK Leipzig begrüßen. Etwas mehr als fünf Jahre nachdem es zum ersten Mal eine Hör-Beschreibung für sehbehinderte und blinde Handballfans in Leipzig gab. Leider wird es für die kommenden Heimspiele vorerst nur eine begrenzte Anzahl an Tickets geben. Also meldet euch bei Interesse möglichst schnell per Mail an: veranstaltungen@hoermal-audio.org. Wir freuen uns auf euch!